tanz ums bleiberecht
Als es morgens um sechs klingelt, steht die Polizei vor der Tür. Die Kinder dürfen noch ein einziges Spielzeug einpacken, mehr sollen sie 2003 aus Deutschland nicht mitnehmen können. Die Mutter bricht zusammen. Doch die Abschiebung ist beschlossen, deutsches Recht wird vollzogen. Aber der Fall der Familie Akkouch gelangt in die Medien – und jetzt auch ins Kino. Weil die Akkouch-Kinder begnadete Tänzer sind. Die Choreografin Cons-tanza Macras entdeckte sie für die Bühne. Das bringt Presse und Fernsehberichte und tritt eine öffentliche Diskussion um Abschiebung und Bleiberecht los.
«Neukölln unlimited», ein Dokumentarfilm von Agostino Imondi und Dietmar Ratsch, erzählt die Geschichte der Akkouch-Kinder einem Kinopublikum. Er ist ein Lehrstück über die Kraft des Tanzes und den Zusammenhalt einer Familie, die bei uns nach wie vor nur geduldet ist. Bei den diesjährigen Berliner Filmfestspielen wurde «Neukölln unlimited» mit dem «Gläsernen Bären» ausgezeichnet.
Als Ihr 2003 abgeschoben wurdet und im Flugzeug in den Libanon saßt, da sei Dir klar geworden, dass das Leben kein Spiel ist. Was genau hast Du da begriffen?
Hassan Akkouch: Dass das Leben echt ist, real. Da kann man nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ikebana, Bonsai oder Okimono schmücken traditionellerweise die Ausstellungsnische in japanischen Empfangsräumen, die Tokonoma. Mit seinem gleichnamigen, 2007 begonnenen Triptychon knüpfte der Choreograf Ludger Lamers an diese Idee der Schaunische an. Mit dem Duett «Le sceptre et la marotte» und der Sängerin Silvia Teixeira schloss Lamers die Trilogie im vergangenen...
John Cage und der Tanz sind alte Bekannte. Aber in Münster beim tendenziell schwermütigen Tanztheater von Daniel Goldin hätte man diesen Komponisten eher nicht vermutet. «Projekt Cage» verspricht also, dass ein bisschen Anarchie die Kreation des argentinischen Westfalen pilzartig beleben könnte. Zudem ist es die zweite Kooperation mit dem Folkwang Tanzstudio, das...
Das Notquartier als «Nachtasyl»: Dorin Gals Bühne nimmt in Dessau Maxim Gorki beim Wort und platziert die «Szenen aus der Tiefe» in einem Schwimmbad, das schon mal bessere Tage erlebt haben muss. Die Gestrandeten sitzen auf dem Trockenen, wenn sie nicht gerade Amok laufen. Ohne Ausweg scheint ihr Dasein, obwohl es Fluchtmöglichkeiten bietet. Ein paar Sprossen die...
