Susanne Linke
Susanne Linke ist wahnsinnig ehrlich und kein bisschen in sich selbst vernarrt. Dem Herausgeber ihrer großformatigen ersten Monografie Schritte verfolgen, Norbert Servos, legt sie in zahlreichen Sitzungen das Leben einer großen Lady des deutschen Tanzes aus. Man liest mit Respekt und in aufsteigender Linie ein freies Leben ohne Abschließendes und ahnbares Ende. Susanne Linke (© Bettina Stöss) ist für heutige Tänzer und Choreografen eine erste und letzte, weil grundehrliche Verbindungslinie zwischen Dore Hoyer und der Postmoderne.
Mit erstaunlicher Geradlinigkeit rekapituliert sie eine schwere Kindheit, die ihr aufgrund einer Meningitis verwehrte, richtig hören und damit sprechen lernen zu können. Tanz war zuerst Flucht und Freiheit, später auf Einladung von Dore Hoyer das Mittel der Arbeit an sich selbst und zur Transzendenz «aus alltäglicher Not», wie Norbert Servos schreibt. Also notwendige, konzentrierte Kunst, Widerstand gegen sich selbst, ein Kampf, der heute die Bewunderung vor allem der Generation findet, die weit entfernt von «Tradition» aufwächst. Ihre Arbeit macht sie sogar in Tagebüchern transparent, die sie freimütig überließ. Nach Themen geordnet, versuchen sieben ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
The 200th anniversary of August Bournonville‘s birth prompted two companies on either side of the Atlantic last autumn to stage new productions of the revered Danish choreographer‘s most widely seen ballet, “La Sylphide.“
Each company turned to a Dane nurtured in the Bournonville tradition at the Royal Danish Ballet but now dancing outside his homeland. For its...
Ein beinah noch junger Mann wundert sich in der Bar des kleinen Wiener Konzerthaustheaters. Er sei zufällig hier bei Wien Modern hereingeschneit, sagt er. So viel junges, ausgelassenes Publikum bei einem Festival für Neue Musik – an einem mehrteiligen Abend, der «Maurische Mauern» heißt und James Joyce zum Thema hat. Der Mann hat mehr elitäre Abgehobenheit...
Tote tanzten im Mittelalter in Karnevalsumzügen. Aber in der vom Krieg stets verschonten Schweiz waren die Memento-mori-Darstellungen stets verdächtig: Tanz blieb dem Karnevalsrausch vorbehalten: als eine Kumpelbeziehung von Knochenmann und Narr.
Mehrmals springt der bunte Kerl mit Schellenkappe und Hinkefuß dem nackten Tod mit der Schädelmaske in Verena Weiss’...
