stuttgart: Béjart, Clug, Volpi: «Fahrende Gesellen»
Fahrende Gesellen sind sie alle. Gäbe es nicht diese Wanderschaft, die immer wieder neue Anstöße, neue Einsichten, neue Entwicklungen ermöglicht, wäre die Ballettgeschichte anders verlaufen. Wenn Reid Anderson den neuen Abend des Stuttgarter Balletts «Fahrende Gesellen» nennt, dann nicht allein deswegen, weil er damit auf ein Mahler-Ballett von Maurice Béjart verweist.
Der Titel zielt auch auf die Choreografen des Rahmenprogramms, selbst wenn sie derzeit ein Zuhause haben: Der Rumäne Edward Clug amtiert seit gut einem Jahrzehnt als Ballettdirektor am Slowenischen Nationaltheater Maribor. Demis Volpi, Newcomer aus Argentinien, ist seit dem Riesenerfolg seiner «Krabat»-Interpretation Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts.
Berührungspunkte zwischen beiden finden sich kaum – und wenn, dann allenfalls in den Geräuschen, die den Abend eröffnen und beschließen. Clug lässt in «No Men‘s Land» die 42 Tänzerbeine auftrumpfen, die aufgereiht hinter einer Blende sichtbar werden: ein Auftakt wie bei einer Revue, die aber spätestens mit der Auftragskomposition von Milko Lazar etwas Martialisches bekommt. Nicht umsonst ist dieses Jahr dem Gedenken des Ersten Weltkriegs gewidmet, und eine reine ...
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Tanz Juni 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Hartmut Regitz
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