sprachtänzer
Sie sind ausgewiesene Theaterregisseure, Laurent Chétouane zum Beispiel. Ihre Spezialität: Sie arbeiten mit Tänzern wie einst Achim Freyer oder choreografieren den Schauspieler wie vordem Einar Schleef. Was vor zwanzig Jahren als fast einsame, aber hoch gelobte Avantgarde begann, hat es heute noch immer schwer. Da mischt zwar der Intendant der Berliner Schaubühne, Thomas Ostermeier, sein Ensemble gelegentlich mit dem Ensemble Dorky Park von Constanza Macras. Und Falk Richters Regie trifft dort auf die Choreografie der Niederländerin Anouk van Dijk.
Aber eine breite Front des Körpertheaters hat sich nicht aufgestellt. Fast auf jeder Opern- und Schauspielschule wird zwar gelehrt, dass die Studenten sich als Sprach- oder Stimmkörper betrachten dürfen, wie anderswo der Tänzer sich durchaus als Hersteller von Körpertexten bezeichnen soll. Aber was passiert in der Praxis?
Natürlich hat die Generation von Meg Stuart und Jérôme Bel Spuren gelegt, als es ihr darum ging, den Kunstprozess als solchen, die Repräsentation und Rezeption, zum Thema zu machen. Mit ihren Fragen «Wer bin ich, der auf der Bühne steht und Zuschauern etwas vormacht?» oder «Was soll diese Bewegung repräsentieren?» haben ...
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Henry Purcells Trauermarsch braust auf. In elegantem Schwarz betritt einer nach dem anderen die Bühne und geht auf den Hintergrund zu. Da stehen sie dann in einer Reihe, alle neun, mit dem Rücken zu uns, Raimund Hoghe hält die Mitte. Eine dunkle Phalanx vor der Schwärze des Hintergrunds, Besucher einer Beerdigung vielleicht, die Abschied nehmen, innehalten, die...
hieß einmal Anna Denzler, sie kam aus der Schweiz, studierte vor dem Ersten Weltkrieg bei der Amerikanerin Isadora Duncan in Berlin-Grunewald und war eine der sechs berühmten «Isadorables». Isadora Duncan galt damals als ein Synonym für die Befreiung des Tanzes und für die Befreiung der Frau.
Anna rettete über zwei Kriege hinweg ihr Vermächtnis, die Kleider,...
Es gibt Kirschen, die haben nichts als Kerne, und Josef Nadj weiß, wo man sie findet. Statt eines nostalgischen Spaziergangs im «Kirschgarten» hat er dem Tschechow-Festival in Moskau einen bitteren «Cherry Brandy» eingeschenkt, direkt aus dem Gulag. Die Kommissare des französisch-russischen Kulturjahrs baten ihn um einen getanzten Beitrag zu Russlands Theaterikone....
