sorben

Sie gehören zu den Minderheiten in Deutschland, die ihr Brauchtum erfolgreich verteidigen – auch ihre Tänze. Die erzeugen keinen Retro-Rausch, sondern eine lebendige Gemeinschaft

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Matej ist 25 Jahre alt und studiert in Leipzig Sorbisch im Lehramt. Er möchte später einmal seine Muttersprache an einer Lausitzer Schule unterrichten. Wann immer es möglich ist, packt er am Wochenende seine Sachen zusammen und fährt in sein Heimatdorf Schmerlitz. Dort geht es jeden Samstagnachmittag zum Training der Tanzgruppe. Im Schmerlitzer Kulturhaus wird Volkstanz geprobt, sorbischer Volkstanz. Aus Spaß und Freude, ganz freiwillig Volkstanz tanzen – das mag auf den ersten Blick irritierend wirken.

Der Spagat zwischen Tradition und Moderne aber sei ja auch eine Bereicherung, so Matej. Er gehört der sorbischen Minderheit an, deren kulturelles Erbe häufig als irgendwie exotische Folklore dargestellt, als überkommen und altmodisch verhandelt wird. Über solche Vorurteile kann Matej nur lächeln, denn sie sind pauschal, entstammen oberflächlichen Blicken von außen. Wer in die scheinbar fremde Welt eintauche, der entdecke, wie Matej meint, eine gegenseitige Bereicherung von Heimatverbundenheit und Weltoffenheit, wie sie moderner nicht sein könne. Gerade das Volkstanzen weiche starre Grenzen  auf.

Schmerlitz in der Lausitz

An einem Samstag im Mai mache ich mich zusammen mit dem ...

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Tanz Oktober 2014
Rubrik: traditionen, Seite 54
von Theresa Jacobs

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