Siegal, Inger, Clug «Kontraste» in Dortmund

Tanz - Logo

Sie sind an diesem Abend immerzu ein bisschen in Schieflage, die Tänzer des Dortmunder Balletts. Egal, ob sie als Kampftanzmaschinen von Richard Siegal auf Spitzenschuhen die allerschrägsten Balancen riskieren. Oder als Johan Ingers Hobos und Clowns zu kratzigen Tom-Waits-Balladen durch nächtlich-verrauchte Clubs taumeln. Oder schließlich als merkwürdig aus der Zeit gefallenes Kollektiv in cremeweißen Oma-Nachthemdchen dicht gedrängt und windverweht aneinanderlehnen.

Edward Clug bringt es in seiner Choreografie «Hora» mit seinem sekundenlang ausgehaltenen Anfangsbild auf den Punkt: Konventionen werden liebevoll ein bisschen verrückt, ins Schrullige, ins Extreme.
Drei starke choreografische Handschriften zeigt das Ruhrpott-Ensemble von Direktor Xin Peng Wang unter dem Sammelbegriff «Kontraste» (aber wem fallen schon gute Titel für mehrteilige Abende ein?). Beim 2012 entstandenen Erfolgsstück «Unitxt» präsentieren sich die Tänzer nach anfänglicher Steifheit doch überzeugend als Richard-Siegal-Darlings: sexy-aggressive Highspeed-Snobs, die lustvoll die vom Forsythe-Stil geprägten Vertracktheiten zelebrieren. Die weiblichen Luxuskörper hat Industriedesigner Konstantin Grcic ...

Am 9. und 22. April

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2017
Rubrik: Kalender, Seite 37
von Nicole Strecker

Weitere Beiträge
Nationalballett Oslo «Sleepless Beauty»

«Dornröschen», auf Norwegisch «Tornerose», ist die schöne Schlafende, die Petipa und Tschaikowsky 1890 auf die Ballettbühne brachten. Beim Norwegischen Nationalballett wird daraus «Sleepless Beauty», eine «schlaflose Schönheit», die vier Choreografinnen unterschiedlich ausdeuten: die auch hierzulande bekannte Ina Christel Johannessen und Hege Haagenrud, dazu Ingun...

Melanie Lane «Wonderwoman» in Berlin und on Tour

Der Körper ist das bevorzugte Tool der Selbstoptimierung, quasi ein letztes Refugium dessen, was sich noch wirklich nach dem eigenen Willen formen lässt. Der artikuliert sich hier in Muskelmasse-Modulationen und Körper-Modifikationen. Optimierung und Ästhetisierung, Leistung und Stilisierung: Bodybuilding ist eine Körperkunst, die konsequent die Ausformulierung des...

Fellfarben

Wusch, da fliegt etwas vorbei, voller Farben, Formen, Luft und Leichtigkeit. Lange Fransen in Gelb und Grün, Blau und Violett, Rot und Braun fächern sich auf in der Bewegung, im Sprung oder in der Drehung eines Tänzers, und legen sich wieder zusammen. Groß und prächtig scheint die Figur zwischendurch, wie eine geöffnete Blüte. So kann man die Soundsuits von Nick...