Serie: Master-Macher
Gleich hinter der Akademie erhebt sich der Salzburger Kapuzinerberg. In dessen Kalkfelsen hauten einst Brauereien ihre Kavernen als natürliche Kühlräume. Neben den modernen Tanzbau am Fuß des Berges ducken sich ein kleines Kabarett-Theater und ein Rockschuppen. Wenn man so will, ist es ein Zeichen, dass sich neben der mächtigen Front eines ehemaligen Holzlagers freie Kulturhäuser ungewöhnlich klein und unauffällig an den Tanzbau schmiegen.
Susan Quinn ist stolz auf ihre 23 Jahre alte Institution, ihre Initiative, ihre Tanzschule, ihr Lebenswerk, ihr helles Büro und, zu ihren Füßen, ihren Hund. Ihre Salzburg Experimental Academy of Dance vergibt weder Master noch Bachelor, bietet aber eine seit 2001 vom Staat Österreich mit Universitäts-Status versehene Tanzausbildung. Wenn man Wert darauf legt, entspräche das vierjährige Studium einem Bachelor of Arts. Danach geht es – sofern man sich nicht gleich ins Engagement verdrückt oder den Master in einer von zwölf europäischen Tanzhochschulen machen will – entweder in die Choreografen-Ausbildung im Rahmen eines «International Choreographic Exchange» oder weiter in die 2008 von Susan Quinn gegründete Juniorkompanie Bodhi Project. Auch hier ...
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Tanz März 2016
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Arnd Wesemann
Noch ist der «Mann» mit sich allein. Er dreht und wendet sich. Taucht ein in Shakespeares Sprache, die nur in Splittern erkennbar wird und deshalb etwas Albtraumhaftes hat. Eine fixe Idee. Er kommt von ihr nicht mehr frei, und irgendwann konkretisiert sich seine psychische Projektion auch in einer leibhaftigen Gestalt: die Frau im dunklen Anzug, verkörpert von...
Totsein setzt voraus, dass man vorher schon mal da war. Wenn man danach immer noch da ist, dann ging vermutlich etwas nicht mit rechten Dingen zu. Am Theater ist das nichts Ungewöhnliches. Für Kinder schon gar nicht. Sie spielen gerne tot. Das liegt auch daran, dass sie alles lieben, was keine (moralischen) Grenzen bzw. Schubladen kennt. Nach Lust und Laune...
Ein Tänzer macht einen Handstand auf dem Kopf einer lebensgroßen Puppe. Wäre dieser Handstand künstlerisch motiviert, wäre er nicht akrobatisch. Es ist aber ein akrobatischer Handstand, weil ihn kaum einer so ausführen kann wie Florian Zumkehr. Darum ist es keine Kunst. Zwar würde Florian Zumkehr, dessen «Nummer» in Berlin im Rahmen einer «Show» namens «Dummy lab»...
