Sergei Vanaev
Sergei Vanaevs radikale Umdeutung des Tschaikowsky-Klassikers für ein Dutzend hoch motivierter Tänzer in Bremerhaven erfüllt zwar nicht die Erwartungen an Spitzentanz und ans imperiale Prachtballett, erzählt aber konsequent, tragikomisch und verständlich das Drama unerfüllbarer Liebe. Die «Böse Fee» ist der dunkle verwirrende Sexus von rätselhafter Anziehungskraft – verkörpert im Gaststar des Abends, Samuel Colbey. Der elegante und akrobatische Australier gehört ab kommender Saison zur Kompanie von Stephan Thoss in Wiesbaden.
Sein Carabosse ist der Fremde aus einer anderen Welt.
Exotisch und einschüchternd, aber ein verletzbares Wesen. Ein faustisch Grübelnder in der Studierstube, kein allmächtiger Magier – trotz phallischen Zauberstabs und Spiegels, in dem er das «gretchengleiche» Fantasiebild von Dornröschen erblickt. Bereits der Prolog gehört der Hauptfigur, die als Kavalier dann beim Geburtstagsfest den flotten Twen von Vanessa Erdmann beim Rosen-Adagio erst verängstigt, dann zielsicher umgarnt. In der virtuosen Glanznummer zitiert die kecke Erdmann nur kurz den berühmten Balance-Akt, nicht auf Spitze, um sich dann lässig auf den Boden zu fläzen. Die balzenden Prinzen gleichen ...
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2008, auf den Straßen wälzen sich die Massen voran. Zur Arbeit, nach Hause, zum Vergnügen. Die größten Plakate verkünden den Kinostart von «Sex and the City». Im Mittelpunkt das Happy End am Altar. Die Braut trägt Weiß, um in aller Öffentlichkeit ihre Unschuld zu demonstrieren. Demonstrieren? Oh bitte, vierzig Jahre sind kein Fliegenschiss. Im nordfranzösischen...
Maren Witte studierte Literatur- und Kulturwissenschaft in Freiburg, Berlin und Berkeley (USA), wo sie auch Tanztechniken wie Release, Contact Improvisation und Tango Argentino trainierte. Sie promovierte an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über die Wahrnehmung und Wirkung von Bewegung im Theater Robert Wilsons. Ihre Studien setzte sie über Tango und...
«Ich würde sagen, wir ergänzen (in Bayreuth) das ganze Wagner-Repertoire auch um die Orchesterwerke. Wir engagieren – vielleicht nur alle zwei, drei Jahre – die besten Dirigenten der Welt, rekrutieren eine maßgeschneiderte, handverlesene Tanzkompanie für den Sommer und einen herausragenden Choreografen: einen William Forsythe, einen Mats Ek oder sogar einen Heinz...
