sechs lustbarkeiten
sexualität
Die Tänzer «kommen dem Sex so gefährlich nah, dass der Tanz alles getan hat, um das Erotische zu verdrängen» (Philippe Verielle). Darum erscheint uns Tanz oft so sittsam. Er unterbietet die Lust am Körper, verhüllt seine Sexualität durch Schönheit in der Bewegung. Thomas Hahn zeigt, wie diese Prüderie immer kunstvoller unterlaufen wird. Christoph Quarch hält dagegen, dass die Verdrängung des Erotischen genuin menschlich ist: Man nennt dies Scham. Für die Choreografin Anna Konjetzky geht sie unter die Haut.
Nicht nur falsche Scham, sagt Vanessa Van Durme, auch eine falsche Sexualität sei das Problem. Denn ausgerechnet in der körperlichsten der Künste wurde ein gewaltiges Tabu errichtet – mit fatalen Folgen. Die sexuelle Belästigung von Schützlingen, so Anna Volkland, werde im Tanz hartnäckiger als anderswo beschwiegen. Vielleicht auch ein Grund, warum der Choreograf Fabian Chyle in Gefängnissen mit Sexualstraftätern arbeitet.
v-effekt
Wie erotisch ist ein Vortrag über Erotik? Analysieren wir, was hinter den Symbolen steckt, sagt Gaëlle Bourges in «La belle indifférence». Ihr Griff ins Füllhorn der Kunstgeschichte verleiht der Nacktheit einen V-Effekt. Drei ...
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Schlosstheater Fulda, Geflüster in den Reihen. «Is die nackisch?», fragt die alte Dame ihre Nachbarin, während auf der Bühne zwei Männer und eine Frau eine akrobatische Zärtlichkeit tanzen, wie man sie hier noch nicht gesehen hat: «Ménage à trois» von Elisa Monte. Wenn die Dame nur wüsste oder ahnte, was sonst auf den Bühnen der Welt getanzt wird. Man würde sich ob...
