Screening 8/9/19
Screening
Draw the line
«Wir ziehen Grenzen, um sie, wie die meisten Künstler, zu übertreten», sagt -Richard Siegal im Porträt seiner Kompanie Ballet of Difference, kurz: BOD, sprich Bee-Oh-Dee, was ähnlich klingt wie: Beauty. Benedict Mirows Film, der zum Münchner «Dok.
fest» im Mai herauskam, fragt: Wie verträgt sich der konservative Begriff Ballett mit dem progressiven Begriff der Differenz? Die Antwort: Das Erbe hofft auf eine bessere Zukunft: Während man den Tänzern bei Proben und Reisen zusieht, bei der Entwicklung des Signaturstücks «BoD» im Februar 2018 in Köln, beim Austausch mit nigerianischen Tänzern in Lagos, um das 2013 in München entstandene «Unitxt» auszubauen, lässt sich gut studieren, wie Siegal seinen Stil aus winzigen Details entwickelt. Oder man lernt, wie mit Hilfe des Designers Konstantin Grcic ein Korsett mit Griffen für ein extended partnering entstand. Mirow, der sonst die klassische Musikszene verfolgt, verschweigt nicht die Komplikationen; Verletzungen, den Stress, das kleine Budget. Siegal nimmt das alles locker: «Über Grenzen gehen», sagt er, «heißt, Leuten zu -helfen, Künstler zu sein.»
Am 4. August um 00.00h auf www.arte.de
Ballett im Kino (tanz ...
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Tanz August/September 2019
Rubrik: Kalender, Seite 50
von
Es gibt noch Stücke, die Grenzen verschieben und die Welt der Kunst ein Stück weit verändern. «Bilderschlachten» von Stephanie Thiersch bietet solch ein Erlebnis, ganz überraschend und daher umso intensiver. Selbst in einem Jahrhundert revolutionärer Tanzgeschichte ist eben doch noch nicht alles probiert, realisiert und abgehakt worden. Die «Bilderschlachten» toben...
Einst sah ich Dore Hoyer wie einen dunklen Vogel, schräg vorwärts geneigt, durch den Berliner Tiergarten eilen. Als «letzte Fahnenträgerin des Ausdruckstanzes», wie sie sich selbst nannte, strebte sie einsam, in sich gekehrt, der neuen Akademie der Künste (AdK) am Hanseatenweg entgegen. Mit der Studiobühne und den Künstlerwohnungen war der aparte Flachbau mit den...
Wer vermeintlich chancenlos ist, setzt gerade in Krisenzeiten manchmal gemeinsam ungeahnte Produktivkräfte frei. Das gilt auch für traditionell eher schwergängige Institutionen mit eingeschliffenen Gewohnheiten – Theater eben. Zumal solche, die, von ihren dauerklammen Trägern kurz und kürzer gehalten, schon so gut wie abgeschrieben sind. Häuser wie das Volkstheater...
