Schwanensee
Ein Mann, eine Frau, zwei Augenzeugen. Sie observieren aus einiger Entfernung, wie sich das Liebespaar dem Rausch der Sinne ergibt. Dabei wahren die Beobachter auch Distanz zueinander, gehören sie doch verfeindeten Parteien an. Sie ist der schwarzen Magie kundig und sinnt seit Jahr und Tag darauf, das verliebte Mädchen – die eigene Stieftochter – ins Verderben zu stürzen. Er ist der Großvater des jungen Dings und zugleich dessen Beschützer. Bislang hat er verhindern können, dass die Stiefmutter ihren mörderischen Plan durchzieht. Gegen das, was kommt, ist er nicht gewappnet.
Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass Martin Schläpfer verkündete: «Schwanensee» in Vorbereitung! Dabei hatte sich der Künstlerische Direktor und Chefchoreograf des Ballett am Rhein über viele Jahre hinweg eine Art Abstinenz auferlegt: bloß keine fertigen Geschichten erzählen! Er war sich auch gar nicht sicher, ob die Welt noch ein «Dornröschen», noch eine «Giselle» oder gar einen «Schwanensee» (tanz 6/18) braucht. Nach Besichtigung dessen, was der Schweizer aus seinem Klassiker-Debüt herausgeholt hat, kann es daran nicht den allergeringsten Zweifel geben. Martin Schläpfers «Schwanensee» ist eine Offenbarung. ...
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Tanz Juli 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Dorion Weickmann
Sie sind Pädagogin und Choreografin, haben sich unter anderem auf Faszien spezialisiert. Was ist das Besondere an Faszien?
Sie haben sehr viele Rezeptoren, bilden ein ganzes System und sind eigentlich unser größtes Sinnesorgan. Als solches bieten sie eine Stimme im Körper an, die eine andere Information gibt als das zentrale Nervensystem. Zugleich kann man mit...
Ein halber Abend und am Ende doch ein ganzer. 1983 stellte Germinal Casado seiner Uraufführung das «Gloria» seiner Ballettmeisterin Madeleine Bart voran. Diesmal stehen die «Carmina Burana» allein auf dem Programm, werden dafür allerdings unter Leitung von Daniele Squeo live musiziert: hinter einem durchsichtigen Gazeschleier auf der Bühne, der das aufgemalte...
Noch hat der Ballettintendant sein Büro nicht geräumt. Seine Bücher überlässt Reid Anderson der John Cranko Schule. Auch einige der Bilder an den Wänden, so die Zeichnung von Lude Döring zu seiner Linken. Ebenso eine Büste von Márcia Haydée, einst gestaltet von Eva Zippel. Und die Collage von Jewgenij Ruchin stärkt ihm gewissermaßen den Rücken: Cranko hat die...
