sasha waltz
Bis heute ist sie frei, muss jedes Jahr um ihren Etat kämpfen und deshalb ein dichtes Netz von Koproduktionen spinnen. Was bei ihr heißt: permanent über den eigenen Tellerrand zu blicken. Sie hat allein in dieser Spielzeit zwei zeitgenössische Opern als Tanzmusikstücke choreografiert und inszeniert: «Passion» ihres Komponistenfreundes Pascal Dusapin in Paris und «Matsukaze» von Toshio Hosokawa in Brüssel.
Beides ästhetisch (fast zu) makellose Premieren, die besonders das Kunststück fertig brachten, Sänger und Tänzer zu gleichberechtigten Partnern zu machen; insbesondere die Sopranistin Barbara Hannigan wurde unter ihrer Führung zu einer sensibel eleganten Bewegungsvokalis-tin. Und auch die Kostüme und das oft von Künstlern mitgestaltete, strikt minimalistische Bühnenbild verraten einen erlesenen Geschmack.
Sasha Waltz muss im Radialsystem V ein eigenes Theater mitbespielen, sie gastiert weiträumig und global, sie geht mutig in die Waldbühne mit ihrem Erfolgsstück «Dido & Aeneas» zu einem ganz anderen Publikum und stellt sich in der nächsten Spielzeit auch dem populären sozialen Mitmachprojekt von Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern. Sie bespielt und verzaubert moderne ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 153
von Manuel Brug
Die 1971 geborene Israelin Sharon Eyal hebt sich Stück um Stück von Mainstream und Mittelmaß ab: durch eine künstlerische Überlegtheit und Konsequenz vor allem, die man je nach Sichtweise auch erbarmungslos nennen könnte. Ihre Themen – Liebe, Beziehungskisten im weitesten Sinne – sind wirklich nicht originell, aber wo man sonst oft ein 08/15-Bewegungsrepertoire...
David Rebel, Sie leiten seit 1986 die Schule Rebeltanz, eine ziemlich große Tanzschule. Was muss jemand mitbringen, der eine Tanzschule leiten will?
Wer eine Ballettschule gründet, sollte einen Blick dafür haben, ob ein Lehrer kompetent ist, ob er eine gute Ausstrahlung hat und ob er seine Kompetenz gut vermitteln kann. Ferner gehören für mich dazu:...
Er kommt aus Japan und leitet als Choreograf und Tänzer die junge Kompanie Tokyo Electrock Stairs. Was anderswo ein alter Hut zu sein scheint: Hip-Hop gilt in Japan nach wie vor als Kindertechnik und dient allenfalls der jugendlichen Unterhaltung in kleinem Kreis. Kentaro weiß das und macht trotzdem weiter. Streetdance ist Ehrensache. Und er hat Talent. Er...
