sammler
Am meisten Erfolg hat im World Wide Web immer genau das, was der Mensch schon aus der Offline-Welt kennt: Fahrkartenschalter, Buchhandlungen, Einkaufszentren. Das Crowdfunding entspräche im Straßenbild den Bettlern oder Geldsammlern gegen Tierversuche. Das kann nicht viel bringen, denkt man, auch wenn immer wieder Sagenhaftes zu hören ist: Ganze Kinofilme seien durch Kleinspenden im Netz finanziert worden, Weltreisen, Herzoperationen, journalistische Recherchen, die Entwicklung neuer Motorradhelme, die Rettung der Wale, die Ballettstunden sozial unterprivilegierter Kinder.
Crowdfunding, so charmant kann man auch übertreiben, sei schon jetzt «der Finanzierungsmotor der Welt». So zu lesen auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Nicht Betteln sei ihr Prinzip, versichert sie, sondern die freiwillige Zufuhr von Geldmitteln, die sonst sinnlos in der Zins- oder Dividendenmaschine vor sich hin wuchern.
Die Mikro-Gabe
Gerade Kreative, behaupten auch ähnliche Plattformen wie Kickstarter und Startnext, brauchen unbürokratische Hilfe. Das umso dringender, je mehr die Infrastrukturen für Künstler fehlen und die eigene Existenz im Dauerversuch ständig neu erfunden werden muss. Die These, dass ...
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Tanz Oktober 2014
Rubrik: praxis, Seite 68
von Arnd Wesemann
Hände, Hände, überall Hände: vielfingrig ein Gesicht befühlend, wie Fischchen schnappend, sich wie Blütenblätter um ein Zentrum öffnend oder, als beredte Anhängsel eines zottelig gekrümmten Wesens, ein düsteres Märchen erzählend. Meist marginaler Körperteil im Tanz, rücken die Hände ins Zentrum der ersten Zusammenarbeit der Choreografen Matan Zamir und Nicola...
Nach der Pause stimmt Eric Gauthier ein Lied an, und auf einmal stimmt alles an dem Stück, das einem zuvor eher fremd vorgekommen ist: der Tonfall, nicht zuletzt auch ein Tanz, der sich all das «einbildet», was Lewis Carroll in seinen beiden «Alice»-Büchern auf unnachahmliche Weise zur Sprache bringt. Enza Pagliari greift singend Gauthiers Song auf, und wie von...
Er gehört zu den Großen des Fachs, ist 83 Jahre alt und findet es somit an der Zeit, sein Haus zu bestellen. Dabei lässt er sich von der Überzeugung leiten: «Auch ein Museum kann zeitgenössisch sein.» Mit diesem Slogan verkündete Paul Taylor, dass er seine Kompanie ab 2015 breiter aufzustellen gedenkt und deren Spielplan mit Werken anderer Choreografen bestücken...
