salzburg: sommerszene
Vom 8. bis 17. Juli erkennt die vierzig Jahre alte Salzburger «Sommerszene» ihre Stadt als einen «Modernismusverweigerungshort», der außer Herbert von Karajan nicht einen Künstler hervorgebracht hat, der in die Stadt zurückwirkte. Wolfgang Amadeus Mozart floh, die anderen auch.
Weil das so ist, werden die Theater jetzt umgewidmet und zu Orten für Ausstellungen, durch die man flanieren darf, während die Straße und 300 beteiligte Salzburger die Aktionsfläche bilden, die es Thomas Brandstätter und Andrea Maurer gestattet, Tänze von einer Tribüne live und zugleich auf einer Leinwand als Kino erlebbar zu machen. Wim Vandekeybus und der Rockmusiker Mauro Pawlowski haben sich für ihren Salzburg-Event die «Jedermann»-Bühne auf dem Domplatz ausgesucht (sie eröffnen auch das Wiener Festival «ImPulsTanz»).
Caden Mason von der Big Art Group will auf dem Residenzplatz die Einwohner zu Hauptdarstellern machen. Der Tanz als Fest: Das ist das wahre Salzburg seit Mozarts Tagen.
szene-salzburg.net
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Es ist schon in frühester Zeit so gewesen. Überall führen Tanz und uralte Skulptur einen lebendigen Dialog. Da sind die in Stein gemeißelten Abbilder von Tänzerinnen in frühen Hochkulturen, etwa der indischen Devadasis, die bis heute von der Inspiration und Faszination des Tanzes zeugen. Auch bei Émile-Antoine Bourdelle, der vor einem Jahrhundert in Paris die...
Ihre Haare haben sie davor bewahrt, wie Martha Graham zu tanzen. Mit ihren Locken hätte sie Martha Graham sowieso nie kopieren können. Diese wollte nur Tänzerinnen, die ihr möglichst aufs Haar glichen. Die Begeisterung für exakte Stilkopien, die den Choreografen des Modern Dance so wichtig war, hat Anna Halprin nie gemocht, auch wenn sie Teil dieser Szene war und...
Da kann die Stationswärterin im grauen Kostüm pfeifen, so schrill sie will, die Burschen springen trotzdem über die Absperrung, um sich die Kopeken für die Metrofahrt zu sparen. Ihre Choreografie geht so: Heranschlendern, Kurzsprint, Satz über die Sperre. Eine akrobatische Einlage, aber keiner guckt hin. Niemand applaudiert.
Im Theater verhält sich der Moskauer...
