Saarbrücken
«Wenn unser Wohlstand auf der Welt Leid produziert, gehört dieses Leid dann uns?» Von provokantem Zynismus ist diese Frage, die antwortlos mehrfach ans Publikum gerichtet wird und in der sich das Thema von Martin Stiefermanns «Heimatfront» verdichtet. Schon die erste Szene vermittelt die Botschaft, dass wir die kriegerischen Folgen unseres Lebensstils zwischen unfairem Kaffee und Sweatshop-T-Shirt verdrängen: faul auf dem Sofa hockend, überfressen-gelangweilt und vom hyperbunten Warenangebot fast verschluckt.
Genau wie die drei Performer von MS Schrittmacher, die sich auf dem Aufblas-Sofa fläzen.
Eingebettet ist «Heimatfront» in eine durch das Doppelpass-Programm der Bundeskulturstiftung geförderte Recherche-Reihe mit Diskussionen und Performances zum Verhältnis von Krieg und Kapitalismus, «Quo Vadis, Bellum?». Höhe- und Endpunkt wird im Juni eine Premiere am Saarländischen Staatstheater sein. Trotz der Diskursverankerung wirkt der performative Zwischenstand, gesehen am Theaterdiscounter in Berlin, (noch) zu kurz gedacht und bebildert – plakativ wie der Titel, der eher unreflektiert einen Propagandabegriff aus dem Ersten Weltkrieg recycelt: Da wird eine artig zweisame ...
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Tanz Februar 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 40
von Elena Philipp
Der berufliche Tanz ist nicht unbedingt der private. Wenn ich nach einer Vorstellung die Möglichkeit zum Tanzen vorfinde, denke ich manchmal: «Danke, hab ja schon.» Als noch die Sonne schien, verspürte ich auf einer Marathonveranstaltung beim Dortmunder Festival «Favoriten» nach zwölf Stunden Dauertanz nur noch einen Wunsch: mit dem Rollstuhl an eine Bar gebracht...
Deutschland
On tour
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«piano piano» Acht Tänzerinnen und Tänzer aus drei Tanzensembles, K. Kvarnström & Co, Andersson Dance und Zero Visibility Corp., bewegen sich zur Musik von Franz...
Ein heulendes Häuflein Elend kauert da in der Ecke. Die private Kamera dokumentiert diesen wie so viele andere, glückliche und unglückliche Momente. Hier ist es die Mutter, die Tränen vergießt, weil sie den gerade mal 13-Jährigen verlassen muss. Das Ausnahmetalent wird allein in London bleiben, an der Royal Ballet School auf Anhieb drei Klassen überspringen, später...
