Rosalie
Es war eine Begegnung aus dem Zauberbuch der Zufälle. Die Bühnenbildnerin steht mit blauen Händen in der Telefonzelle im Stuttgarter Staatstheater, der Choreograf passt sie ab: «Mit Dir möchte ich arbeiten. Und zwar sofort!» So zielstrebig begann 1982 eine Beziehung, die mehr war als ein Arbeitsverhältnis. In rosalie und Uwe Scholz trafen zwei Seelenverwandte aufeinander. Zwei, die der Wunsch nach einem modernen Gesamtkunstwerk umtrieb.
Anlässlich des 50.
Geburtstags des Choreografen hat sich rosalie 2009 an das erste Aufeinandertreffen mit dem zu früh verstorbenen Freund erinnert. Und so, wie sie damals von dieser Zusammenarbeit sprach – bewegt vom Glück des Erreichten, nicht vom Schmerz des Verlusts –, so möchte die Künstlerin sicherlich selbst in Erinnerung bleiben: Ebenfalls viel zu jung ist rosalie am 12. Juni nach kurzer, schwerer Krankheit in Stuttgart gestorben, 64 Jahre alt. Es bleibt die Erinnerung an ihren spielerischen, manchmal schrillen, immer klugen Umgang mit dem Raum, egal ob im Theater, im Museum oder unter freiem Himmel.
Für den Choreografen Terence Kohler zum Beispiel, der in «Once Upon an Ever After», 2008 in München kreiert, Ballettklassiker im Zeitraffer ...
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Tanz August/September 2017
Rubrik: Bewegung, Seite 8
von Andrea Kachelrieß
Sie ist eine dunkel-glühende Schönheit, die jederzeit in ansteckendes Lachen ausbrechen kann; er ein Mann von ästhetischem Körperbau, spirituell angehaucht und mit verspieltem Lächeln. Beide bilden sie seit ihrer gemeinsamen Lehrzeit an der Temple University von Philadelphia während der 1980er-Jahre ein Paar: die Kulturhistorikerin, Choreografin und Performerin...
Er war der erste Neuzugang, den das Wuppertaler Tanztheater nach dem Tod von Pina Bausch aufnahm – und Paul White machte sich so gut in deren Stücken, dass der Australier, der ursprünglich für eine Auszeit nach Berlin gekommen war, vielen auffiel: 2014 wählten ihn Kritiker bei der Umfrage dieser Zeitschrift zum «Tänzer des Jahres». Als athletischen, starken...
Newcomer: Marcus Pei
Er hat schon manchen Preis gewonnen – in Mathematik zum Beispiel. Denn Marcus Pei ist ein mathematisch-musisches Phänomen. Er fand die logischen Naturwissenschaften als Kind spannender als das Ballett und ließ sich von der Mutter eher widerwillig in den Tanzsaal schieben. Irgendwann hat es ihn dann doch gepackt – als er in musikalischen und...
