Riki Von Falken «The Geometry of Separation»
Es gibt Worte, denen im Lauf der Zeit ihre Entsprechung in der Realität abhanden kommen. Der Begriff «Aura» ist so einer. Wer benutzt ihn noch? Dabei trifft er auf eine Tänzerin weiterhin zu: Riki von Falken, 56 Jahre alt. In ihrer jüngsten Produktion «The Geometry of Separation» zeigt sie erneut, was in strenger Konzentration auf die eigenen Interessen und im charakterbedingten Widerstand gegen jede Anbiederung an den Zeitgeist entstehen kann: tatsächlich eine auratische Ausstrahlung, an der sich der Blick des Betrachters festsaugt.
Die zwischen die Solotanzpassagen eingeblendeten Videosequenzen von Mareike Engelhardt wirken wie eine Pause vom Sog des Tanzes. Im Video erscheint Friederike Plafki als jüngeres Alter Ego der Tänzerin auf der Bühne. Die Doppelung der realen und virtuellen Frau liegt dem Stück ebenso zugrunde wie Alt und Jung, die Angst vor dem Ausschluss, auch die Angst vor der Trennung und dem Eingeschlossensein – eingeschlossen, wie in den Filmsequenzen, in ein Zimmer oder, wie auf der Bühne, in den Körper.
Riki von Falken baut immer neue Konstellationen aus weißen Styroporkuben und vermisst den Bühnenraum mit einem blauen Seil – doch vor ihrem Tanz gerinnt ...
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