Rhein-Neckar
Das Aroma von gebratenem Fleisch dringt aus dem Döner-Laden. Vor einer Baklava-Bäckerei hängen Jugendliche ab. Selbst die Tür des Juweliers, dessen Schaufenster mit goldenen Ketten behängt sind, steht weit offen. Hier im multikulturellen Herzen der Mannheimer Quadrate – Bezeichnung für die in Häuserblöcke gegliederte Innenstadt – herrscht meist reges Treiben. Nur wenige Schritte entfernt thront ein Betonblock, dessen schwere Metalltore 15 Jahre geschlossen waren.
Die Trinitatiskirche gehört zu den aufsehenerregenden Bauten der Nachkriegszeit, aber weil ihr die Gläubigen abhandengekommen waren, schrieb die protestantische Kirche einen Wettbewerb aus. Unter den 28 Bewerbungen für eine neue Nutzung bekam das «EinTanzHaus», benannt nach dem Trägerverein der Initiative, den Zuschlag. Damit geht der Traum von einer großen Bühne für die freie Szene in Erfüllung. Denn auch in der Rhein-Neckar-Region mangelt es an Proben- und Aufführungsorten mit geeignetem Boden, gibt es kein regelmäßiges Profitraining für die Freien.
Freier Tanz im Delta
Wo bisher Kirchenbänke aufgereiht waren, sollen bald 150 Zuschauer und eine 14 mal 14 Meter große Bühne Platz finden. Darüber funkeln rubinrot, ...
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Tanz Juli 2017
Rubrik: Serie: Freie Szene, Seite 62
von Antje Landmann
«EchoPerformance» in Bremen
Die Architektur des Gerhard-Marcks-Hauses in Bremen, in direkter Nachbarschaft zur Kunsthalle gelegen, bot zusammen mit den ausgestellten Skizzen, Skulpturen und Tierplastiken des vom nationalsozialistischen Regime geächteten Künstlers ein passendes Umfeld für die Aufführung des interdisziplinären «EchoPerformance»-Projekts, das...
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verspürten viele den Drang, sich durch Bewegung mitzuteilen. Zu ihnen gehörte der 1902 geborene Sigurd Leeder, der schon als Kind einer gehörlosen Spielkameradin allein mit seiner Körpersprache Geschichten erzählte. Leeder begann eine Ausbildung zum Grafiker an der Kunstgewerbeschule in Hamburg, brach sie vor dem Diplom ab und trat...
Ein Begräbnisritual wie eine griechische Tragödie. In «Standing in Time», uraufgeführt am Festspielhaus St. Pölten, gibt es Protagonisten, einen Chor, Götter und Polyphonien samoanischen Ursprungs. «We have to bury our dead properly», mahnt Lemi Ponifasio. Nach samoanischer Tradition gehören sie weiter zu unserer Welt. «Standing in Time» gibt Anhaltspunkte, wie wir...
