retour à berratham

Der Schriftsteller Laurent Mauvignier hat eigens für Angelin Preljocaj ein Drama geschrieben, eine Geschichte über Liebe, Krieg, Schändung und Rache. Der Versuch, daraus Tanztheater zu machen, ist nicht ganz aufgegangen

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Ein «Junger Mann», Hauptfigur des Librettos «Retour à Berratham» («Rückkehr nach Berratham»), kommt aus dem Krieg zurück. Er will seine große Liebe Katja wiederfinden. Doch in Berratham, einer Phantomgemeinde, wütet die Gewalt noch immer. Katja, mittlerweile vom Feind geschwängert, muss der lokalen Tradition entsprechend einen Mann aus Berratham heiraten, um dem Baby und sich selbst Legitimität zu verleihen. Verachtet wird sie dennoch. Als ihr Geliebter wiederkehrt, bricht der Hass der Dorfgemeinschaft vollends auf. Katja wird vor seinen und unser aller Augen gelyncht.

Es geschieht nicht oft, dass ein Schriftsteller ein Auftragswerk für einen Choreografen verfasst. Der französische Autor Laurent Mau-vignier hat es nach «Ce que j‘appelle oubli» von 2011 nun schon zum zweiten Mal geschafft. Angelin Preljocaj, der Ballettchef aus Aix-en-Provence, wünschte sich für seine Premiere beim Avignon-Festival eine «epische, zeitgenössische Tragödie», einen Stoff von altgriechischem Zuschnitt, doch klar aufs Heute bezogen. Wo aber ein Heute aufscheint, sucht man auch nach einem passenden Ort. So ist man bei Berratham – einer Kommune, die es auf keiner Landkarte gibt – dazu geneigt, sie im Balkan ...

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Tanz Oktober 2015
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Thomas Hahn

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