«RETE» Italien
Lang lebte die zeitgenössische Tanzszene von Erinnerungen. Zwei Generationen Tänzer hatten sich von Carolyn Carlson inspirieren lassen und/oder zehrten von ihren Studienaufenthalten in New York … Aber Neues spross wenig in Italien, während die Avantgarde von einst langsam ranzig wurde. Verrückt, denn Theater aller Größen und sogar vorsichtig neugieriges Publikum gibt es dort doch. So erzählen zwei Handvoll glühender Graswurzel-aktivisten, die vor ca. fünf Jahren begannen, ein neues Netz (ital. «Rete») über ihr Land zu spannen.
Acht Regionen sind bisher verbunden im leidenschaftlichen Einsatz für die Zukunft: Damit kommende Choreografenjahrgänge eine Infrastruktur und möglichst viel Sichtbarkeit bekommen. Das informelle Netzwerk sorgt für Fortbildung in Residenzen und erste internationale Kontakte, für Aufführungsmöglichkeiten in Theatern und auf Festivals. Es organisiert Talentschaufenster, die Vetrine della Giovane Danza d’Autore, in denen sich der choreografische Nachwuchs ausprobieren kann. Auch eine umfängliche regionale Datenbank zum und für den Tanz wird sukzessive gepflegt. Darüber hinaus sind die Initiatoren und Organisatoren persönlich ansprechbar, teilen ihr Wissen aus ...
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Lang sind die Zeiten her, dass eine Angela Dauber oder ein Edmund Gleede John Neumeier inhaltlich so stringente wie bahnbrechende Klassikerneudeutungen wie «Dornröschen» oder «Illusionen – wie Schwanensee» bescherten. Heute glauben die forschen Jungchoreografen, ob sie Terence Kohler oder Christian Spuck heißen, ohne dominierenden Dramaturgen auskommen zu können....
Seine Tänze, die der künstlerische Leiter des CoisCéim Dance Theatre allein in diesem Jahr vorgestellt hat, reichen von den technisch anspruchsvollen «Dodgems» – mit eigenem Soundtrack und siebzehn Tänzern – bis hin zu «Boxes», einem Duo mit alten Pappkartons. Egal, wie groß oder klein seine Choreografien sind, immer sind es hochgradig theatertaugliche Tänze, die...
Ihr Geburtsjahr 1886 sieht zwei romantische Fixsterne verglühen. Im Starnberger See ertrinkt unter rätselhaften Umständen der Märchenkönig Ludwig II., in Bayreuth schließt Franz Liszt, der Schwiegervater Ri-chard Wagners, für immer die Augen. Derweil spitzt ein ehemaliger Wagner-Fanatiker schon die Feder zum Sockelstoß: «Ist Wagner überhaupt ein Mensch? Ist er...
