Reine Räume
«wenn mein arm auf dem tisch ruht, werde ich nie auf den gedanken kommen zu sagen, er liege neben dem aschenbecher, so wie der aschenbecher neben dem telefon steht.»1
gibt es einen außenraum ohne einen innenraum? geht beides auseinander hervor? wären raumvorstellungen ohne unsere praktische räumliche erfahrung vorstellbar? wohl kaum. merleau-ponty: «der raum wie die wahrnehmung überhaupt markieren im innersten des subjekts das faktum seiner geburt, den beständigen beitrag seiner leiblichkeit, eine kommunikation mit der welt, die älter ist als alles denken.
»
«es ist dem raum wesentlich, je schon konstituiert zu sein, und nie vermöchten wir ihn zu verstehen, zögen wir uns in eine wahrnehmung ohne welt zurück.»2
auch der kirchenbauexperte herbert muck sieht die entstehung, verankerung von raum im körperlichen und damit in der konkreten lebenswirklichkeit: «der zugang zu den dimensionen des raums führt über das leibgefühl.»
«nach piaget sind raumvorstellungen internalisierte bewegungen.»3
dann aber sind ideen eines homogenen, reinen raumes, wie sie in der physik und mathematik vorrangig sind, derivate, ableitungen lebensweltlicher praxis. die erfahrung des reinen raums ist uns nicht ...
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Die Zuschauer müssen sich umdrehen.
Zwischen dem ersten und dem zweiten Teil von William Forsythes jüngster Choreografie «Clouds After Cranach», das sowohl als eigenständiges Stück als auch als Teil von «Three Atmospheric Studies» aufgeführt wird, müssen wir unsere körperliche Position verändern und damit eine andere Perspektive auf das Geschehen auf der Bühne...
Rosalie
Die Bewegung des Tänzers ist raumfüllend, zugleich muss der Raum dem Tänzer maximale Freiheit ermöglichen: heißt hier, dass immer auch etwas anderes bewegt und berührt werden soll – grenzüberschreitend – erweiternd – beflügelnd.
(Ist Grenzenlosigkeit identisch mit Freiheit?)
Raum ist Fantasieraum, ist geistiger Raum, ist Innenraum = Aussenraum
Raum, Bewegung...
Athanasius Kircher entdeckte 1650 auf einem Fest in Mainz eine Laute, die ungenutzt an der Wand hing. Ihre Saiten, obwohl völlig unangetastet, erzeugten genau die Töne mit, die andere gerade gezupften Lauten spielten. Dieses physikalische Phänomen beschrieb er als «Sympathiesaiten» – gleiche Frequenzen bringen auch unberührte Saiten in Schwingung. Anhand dieses...
