ravel
Um aus dem Rahmen zu fallen, muss man erst einmal einen haben. Sidi Larbi Cherkaoui, seit fast einem Jahr als Direktor des Ballet Vlaanderen im Amt, schafft das scheinbar spielerisch. Dreimal «Ravel», das heißt bei ihm: drei Choreografen-Generationen, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Klangmagier und Musikimpressionisten Maurice Ravel eingelassen haben. Zuvorderst natürlich Cherkaoui selbst, der sich mit den «Bildern einer Ausstellung» von Modest Mussorgsky beschäftigt hat, wie man sie in der Orchestrierung seines französischen Komponistenkollegen kennt.
Dazu Jeroen Verbruggen als Juniorpartner, in Antwerpen groß geworden, aber inzwischen seit Langem in Monte Carlo heimisch. Nicht zuletzt Maurice Béjart, dessen «Boléro», vor einem halben Jahrhundert an der Koninklijke Muntschouwburg uraufgeführt, hier sozusagen als krönender Abschluss dient, getanzt vom langjährigen Starsolisten des Ensembles: Wim Vanlessen.
Auf den «Boléro» nimmt denn auch Cherkaoui in «Exhibition» insofern Bezug, als er seine Tänzer zu Anfang auf beiden Bühnenseiten des Antwerpener Opernhauses platziert – eine Konfrontation, wie man sie von Béjarts Sig-naturchoreografie her kennt. Ein anderes Gegenüber, ...
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Tanz Juli 2016
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Hartmut Regitz
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