Rastlose Gasttänzer
Das Verlockendste an einem Tänzerleben ist das viele Reisen. Nur mit dem eigenen Körper ausgestattet, steht einem die Welt nahezu grenzenlos offen. Es braucht nicht viel: ein Bett, etwas zu essen und zu trinken, ein Studio, um mit Gleichgesinnten zu trainieren und zu proben. Wer auf einen so freien Tänzer wie Luigi Sardone trifft, erfährt, dass er mit gerade mal zehn Kilo Gepäck auskommt. Der Italiener will nicht, dass man ihn deshalb einen Minimalisten nennt. Er sei auch kein Nomade, obwohl er nahezu ununterbrochen in der Welt unterwegs ist. Nomade klingt ihm zu sehr nach Viehhüter.
Aber er kann seine Siebensachen mit einer Hand um den Globus tragen: «Je mehr und je länger ich reise, desto weniger brauche ich», sagt er, und dann: «Dass man nur besitzt, was man gerade braucht: Muss ich mich dafür jetzt entschuldigen?» Ob man das Wenige, zwei Hosen, ein paar- T-Shirts, zwei Jacken und ein bisschen Unterwäsche sonst nur den Allerärmsten zubilligt, ist ihm egal. «Jeder kennt es: Letztlich zieht man immer nur das an, was man sowieso am liebsten trägt. Den Rest im Kleiderschrank benutzt auch sonst kein Mensch.»
Leichtfüßig
Der Mann dieser weisen Worte kann es sich erlauben, ...
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Tanz Dezember 2019
Rubrik: Ideen, Seite 56
von Arnd Wesemann
Ein Heimspiel, gewiss, aber was für eins! In St. Gallen hat Marianne Fuchs vor gut einem halben Jahrhundert in dem jungen Schlittschuhläufer die künftige Tänzerpersönlichkeit erkannt. Jetzt kehrt Martin Schläpfer an den Ort seiner Entdeckung zurück, um am 2. Dezember den «Großen St. Galler Kulturpreis» entgegenzunehmen. Schläpfer wird sich für die nur alle drei...
Die NS-Propaganda setzte auf Massenevents und knüpfte dabei ästhetisch auch an Errungenschaften der Moderne an. Ein Beispiel ist der Regisseur Hanns Niedecken-Gebhard, der 1936 die Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Berlin inszenierte. Der prominente Theatermann machte Karriere im NS-Regime, wurde später Dozent der Theaterwissenschaft an der Universität...
Gerade ist sie 80 Jahre alt geworden: Hanne Wandtke, Tänzerin und Tanzpädagogin, in Dresden geboren und dort zu Hause. Die Eltern laufen mit der Sechsjährigen 1945 vor den Bomben weg. Es folgt ein Neuanfang in einfachen, aber musischen Verhältnissen. Sie macht den Eignungstest an der Palucca-Schule, obwohl sie die körperlichen Voraussetzungen für die Ballettstange...
