Public Relations
Die Beziehung eines Theaters zur Öffentlichkeit ist nur selten sehr intim. Das Publikumsgespräch nach einer Vorstellung bildet mitunter das Maximum an Nähe zum Zuschauer, die ein Choreograf zulässt. Der Künstler zum Anfassen dient quasi als Bonus-Track dafür, dass bis zum Publikumsgespräch tatsächlich alles getan wurde, damit überhaupt ein Publikum da ist. Denn warum der Zuschauer kommt, ist bis heute ein Rätsel. Wie zahlreich er erscheint, scharen- oder tröpfchenweise, daran war früher das Wetter Schuld. Heute ist es die Schuld der Öffentlichkeitsarbeit.
Das Parkinson’sche Gesetz
Je mehr ein Theater oder eine Kompanie auf Publikum angewiesen ist, desto eher regiert das Parkinson’sche Gesetz. Das geht, aufs Theater übertragen, so: Der Anteil des Personals steigt in den Bereichen, die nichts mit Kunst zu tun haben, im Schnitt um sechs Prozent pro Jahr, egal, ob mehr oder nichts zu tun ist, während für die eigentliche Kernaufgabe des Theaters, die Kunst also, das Personal stagniert oder sinkt. Dagegen wird so lange nichts unternommen, wie man das Kerngeschäft eines Theaters nicht über die Kunst definiert. Geht es um Platzausnutzung, vermehren sich also entgegengesetzt proportional zu ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Vermittler, Seite 58
von Arnd Wesemann
Genau, sagt Chloé Maginot: «Patrick Dupond ist ein gutes Beispiel.» Der ehemalige étoile des Balletts der Pariser Opéra stand nach Karriere, Motorradunfall und langwieriger Genesung in einem Musical auf der Bühne. So lange wollte Maginot nicht warten. Nicht, bis sie mit 45 eine Hüftprothese tragen würde, wegen der Développés. Nicht bis der Konkurrenzkampf...
Hinter Palästen und ihren gewaltigen Parkanlagen, die sich im goldenen Licht wie in ihren vergangenen Tagen sonnen, im Schatten unsterblich gewordener Barockkünstler und unter Zitrusbäumen wuchs der Sohn der Stadt Sevilla auf: Rubén Olmo. Er wurde zur Personifizierung des spanischen Tanzes und schaffte zugleich den unmöglich scheinenden Spagat zwischen Ballett und...
Kein Materialmeter. Nirgends. Sergei Diaghilew gab die ordre de mufti, und alle hatten zu folgen. Er wollte seine Ballets Russes nicht auf ein so ordinäres Medium wie den noch jungen, aber doch bis zum Jahr 1929 – dem Ende der legendären Truppe durch den Tod des Gründers – längst kunstreif gewordenen Film bannen lassen. So gibt es keine Originaldokumente des...
