polina...
Polina heißt die Kleine nicht ohne Absicht. Bastien Vivès, wiewohl mit einer Tänzerin befreundet, hatte Polina Semionova auf YouTube in einem Grönemeyer-Clip entdeckt – und war von ihrer Linie, Klarheit und Ausstrahlung so beeindruckt, dass er einen Ballettcomic ohne Beschönigung hinbekommen hat. Keine Kitschaugen wie in einem Manga. Nichts Niedliches à la Nippon.
Polina Ulinow, mit wenigen, aber äußerst charakteristischen Zeichenstrichen am Computer entworfen, hat auf den Bildern eher etwas Verschnupftes, und wenn er ihre Schritte verfolgt, ahnt man auch den Grund: Der bleichen Ballerina mit den pechschwarzen Haaren bleibt nichts erspart.
Aber es gibt noch Nikita Bojinski. Der Professor schaut auf den Bildern zwar ziemlich griesgrämig drein. Abweisend verschränkt er die Arme. Und doch erkennt er von Anfang an ihre Begabung. Ohne sein absolutes Vertrauen in ihre Einzigartigkeit besäße die Ballettelevin nicht die Kraft, sich gegenüber einer einschüchternden Konkurrenz zu behaupten. Der Professor sagt, was Sache ist, und Polina macht ihren Weg – erst nach Berlin und von dort nach Paris, wo nach gut 200 Seiten zwar Schluss ist, aber die Geschichte hoffentlich noch nicht am Ende.
Vor ...
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Tanz November 2011
Rubrik: medien, Seite 58
von
I.
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