Physical
Als Mitglied der Gruppe post theater in Berlin ist die Multimedia-Designerin Hiroko Tanahashi ziemlich versessen darauf, dass die Bühne mitspielt. Bei ihrer bekanntesten Partnerin, der Performancekünstlerin Maren Strack, geht das so: Maren Strack knallt die Peitsche; auf der Bühnenfläche erscheinen lauter winzige Peitschen knallende Maren Stracks. Sie knallt die Peitsche: neun Peitschen knallende Maren Stracks. Knallt: acht Peitschen knallende Maren Stracks. Knallgenau folgt die Projektion dem Zeigegestus der Tänzerin.
Maren Strack «malt» mit der Peitsche Schienen und Radspuren auf die Bühne, und entzieht dem Tanz seinen Boden. Er wird zu ihrem Zeichenfeld.
«Physical Computing» nennt Hiroko Tanahashi dieses passgenaue Zusammenspiel von Projektion und Performerin. Spätestens seit der post theater-Produktion «heavenly BENTO» 2004 (Foto oben) gehört die in New York ausgebildete Künstlerin zur Avantgarde der Raumillusion. «Ich will eine gewisse Magie erzeugen», sagt sie sehr bescheiden. Und lässt zuletzt die Tänzer in Kazue Ikedas Choreografie «Haus/Home» in der Berliner Elisabeth-Kirche hinter dem Tuch eines weißen Pavillons wirken, als seien sie lauter animierte Notausgangsmännchen. ...
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