Petipa rekonstruieren
Alexei Ratmansky, wann sind Sie dem Werk von Marius Petipa zum ersten Mal begegnet?
In der Ballettschule. Marius Petipas Choreografien sind wichtiger Bestandteil der Ausbildung in Russland und im Repertoire aller Theaterhäuser.
Was haben Ihnen diese Ballette als Kind gesagt?
Ich habe nicht groß darüber nachgedacht. Das war einfach das klassische Repertoire.
Welche Stücke, welche Rollen haben Sie getanzt?
Meine ersten Stücke am Ukrainischen Nationalballett in Kiew waren «Schwanensee» und «Giselle» – Letztere hat Petipa ja nicht kreiert, aber neu choreografiert. Das heißt: Alle «Giselles» in Russland folgen Petipas Version.
Wenn man Marius Petipas Werk im Rahmen der Ballettgeschichte anschaut – was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Errungenschaft? Was macht ihn so bedeutend?
Er hat über fünfzig Jahre lang am selben Ort choreografiert – und er war sehr produktiv. Er fing in Sankt Petersburg an, für seine Frau Maria Surowtschikowa-Petipa zu choreografieren, wurde 1862 zum zweiten Ballettmeister ernannt, später zum ersten Ballettmeister. Das bedeutete, dass er für jede Spielzeit einige neue Ballette für ein höchst anspruchsvolles Publikum schaffen musste, nämlich für den Zarenhof ...
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Tanz März 2018
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Lilo Weber
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