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constantine allen

Der Stuttgarter Ballettchef Reid Anderson sammelt Tanztalente wie andere Leute Briefmarken. Nicht genug mit seiner starbesetzten Solistenriege, im Oktober debütierte schon wieder ein zukünftiger Erster Solist, frei Haus geliefert von Tadeusz Matacz und seiner John-Cranko-Schule.

Gerade ein Jahr tanzte Constantine Allen in der Kompanie, war als Zweitbesetzung in abstrakten Werken und einem Goecke-Solo unterwegs, als er John Neumeiers Othello anvertraut bekam, seine allererste Rolle in einem Handlungsballett und ganz bestimmt kein Part für Anfänger. Der junge Amerikaner aus Hawaii erstaunte nicht etwa durch eine sichere Technik, die gab es sozusagen wie nebenher, sondern durch Dramatik und Tiefe seiner Interpretation. Wer sich wundert, woher ein 20-Jähriger die innere Ruhe für Neumeiers ultralangsame Pas de deux, die mentale Stärke des Feldherrn und die fatalistische Wut des verzweifelten Mörders nimmt, der trifft auf einen ungewöhnlich nachdenklichen, eloquenten Tänzer. Er hat sich nicht nur über seine Rolle viele Gedanken gemacht, sondern auch über den Ballettbetrieb, ist fest entschlossen, trotz seiner schönen Karriereaussichten am Boden zu ...

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Tanz Dezember 2013
Rubrik: menschen, Seite 28
von

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