persönlich
newcomer_________
noé soulier
Da behaupte noch einer, die Jugend interessiere sich nicht für Ballett. Noé Soulier, Student der Philosophie und Absolvent von Anne Teresa De Keersmaekers P.A.R.T.S.-Schule in Brüssel, beweist das Gegenteil. Manche behaupten, der Choreograf gäbe sich der Dekonstruktion der Klassik hin. Aber das ist nicht wahr. Soulier spielt mit deren Codes, Zeichen und pantomimischen Gebärden, die er auf einer Freifläche analysiert, angesiedelt irgendwo zwischen Lecture Performance und Jérôme-Bel-Show.
Von Noverre bis Petipa isoliert er Schritte und Gesten und dekliniert sie mit jeweils wechselnden Parametern, als handle es sich um linguistische Syntax-Modelle. Genau das erklärt Soulier auch gerne, aber es ist vor allem ästhetisch gut anzuschauen, wenn etwa Vincent Chaillet, Erster Solist der Pariser Opéra, in «Signe Blanc» die Gesten der Pantomime vom Tanz befreit und in Reinform präsentiert. Intentionen und Gefühle werden umso klarer.
«Signe» klingt wie «cygne», also Schwan, «blanc» steht nicht nur für weiß, sondern für eine Trockenübung. So wie Roland Barthes in «Das Reich der Zeichen» ein komplexes System semiologisch erforscht, begibt sich Soulier in die ...
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Tanz Mai 2013
Rubrik: menschen, Seite 36
von
Mikael Marklund, der Rosas-Tänzer aus Schweden, zuletzt in De Keersmaekers «En atendant» und «Cesena» sehr präsent, hat sich auch auf Laurent Chétouane gut eingestellt. Im letzten Sommer beschnupperten die beiden sich beim «Festival d’Avignon» und kreierten dort «O», ein Solo, das das Ballett nicht parodiert, sondern stilisiert, überhöht, analysiert und damit seine...
Sasha Waltz, in Sankt Petersburg, Paris, Brüssel und Berlin gibt es «Sacre du printemps» künftig sogar zweimal.
Ja, gezeigt wird zum einen die Urfassung von Vaslav Nijinsky, in der Rekonstruktion von Millicent Hodson und Kenneth Archer für das Joffrey Ballet von 1987. Millicent und Kenneth haben sie mittlerweile schon bei vielen Kompanien einstudiert, auch am...
Niemand kann Nicky anfassen. Sie ist da für sich, wie hinter Glas, gesehen durch eine Linse, betrachtet im Viereck des Films auf einer Wand des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt. Nicky hört Musik, wir auch, wahrscheinlich dieselbe, so ein elektronisches Tuckern, künstliche Herzschläge, mit einlullendem Überbau und einer Süßstoffstimme, waiting for a man, come...
