Persönlich 1/18
Abschied: Glen Tuggle
Als Glen beim Frankfurt Ballett tanzte, kannte ich ihn noch gar nicht. Mit den Ballets de Monte-Carlo, deren Kompaniechef ich 1993 wurde, arbeitete er erstmals zusammen, nachdem Jean-Yves Esquerre ihn eingeladen hatte, William Forsythes «In the Middle, Somewhat Elevated» einzustudieren. Das war 1989. Auf meinen Vorschlag hin studierte Glen später für uns weitere Forsythe-Stücke ein, und ab Oktober 2005 war er als fester Lehrer und Ballettmeister bei uns angestellt.
Über zwölf Spielzeiten hinweg begleitete er nicht nur mich bei sämtlichen meiner Kreationen, er stand auch unseren Gastchoreografen, den Tänzerinnen und Tänzern der Kompanie mit stets außergewöhnlicher Energie und Leidenschaft zur Seite. Darin bestand seine Berufung.
1954 in Miami geboren, wurde Glen hauptsächlich bei David Howard an der Harkness Ballet School ausgebildet. Er tanzte u. a. an den Theatern in Zürich und Stuttgart und eben bei William Forsythe in Frankfurt, dessen Ballette er später an allen großen Kompanien der Welt einstudierte.
Den Werken sämtlicher Künstler, die seinen Weg kreuzten, begegnete Glen mit großem Respekt. Niemals hat man ein schlechtes Wort aus seinem Mund vernommen. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2018
Rubrik: Menschen, Seite 32
von Red.
Johann Sebastian Bach schrieb Musik ganz von dieser Welt und doch mit Verbindung zu Höherem – beliebt und geliebt bis heute. Unsterblich nennt ihn das Tanzstück von Hans Henning Paar am Stadttheater Münster: «Bach, immortalis». Umso sterblicher wirken natürlich die zwölf Tänzer – und leider auch die Choreografie.
Das Sinfonieorchester Münster unter der Leitung...
Und ein Fotograf. Noch bevor die Vorstellung beginnt, verewigt er sich und einen Zuschauer auf einem Selfie, um sich dann der Bühne zuzuwenden. Ewigkeitswerte gibt’s dort jedenfalls zuhauf. In einer bunten Bildfolge lässt Susanne Linke blitzlichtartig die Welt eines Hieronymus Bosch wiederaufleben, bevor sie sich auf die eigenen Tanz-Tableaux konzentriert. In einer...
Geplant hat er vieles. Ein «Aphrodite»-Ballett etwa, «Amphion», «Daphnis et Chloé», «Masques et Bergamasques», und unter dem vielversprechenden Titel «Crimen Amoris» ein «Poème chanté et dansé d’après Verlaine». Wirklich zu Ende komponiert hat Claude Debussy nur «Jeux», und das im Auftrag der Ballets russes: eine choreografische Ménage à trois, beunruhigend in...
