paris: William Forsythe: «Sider»
Zumindest über ein Wortspiel kann man ungeniert lachen. Das geht so: «For four you need two two.» Das Zahlwort lässt sich auch aussprechen wie im Englischen das «Tutu». Und keiner braucht ein Tutu weniger als William Forsythe. Haha. Zu lachen gab’s noch jede Menge in dieser 70 Minuten kurzen Neuschöpfung mit dem kryptischen Titel «Sider». Aber das war eher Verlegenheitslachen oder Gelächter mit Beigeschmack: Der hat sie doch nicht alle. Weil Forsythe aber nichts unreflektiert tut, muss sich «Sider», im Festspielhaus Hellerau uraufgeführt, irgendwie doch entschlüsseln lassen.
Internet, hilf! Man entdeckt einen Philosophen namens Ted Sider, der mit vierdimensionaler Ontologie beschäftigt ist. Da er nämlich die Metaphysik in seine Lehre mit einbezieht, könnte man das, was man nicht versteht, einfach auf das Unerklärliche schieben. Auch die rätselhaften Sätze als Projektionen an der Wand. Ein Mann trägt bereits ziemlich am Anfang eine Pappe vor
sich her, auf der «in disarray» geschrieben steht – in Unordnung, Verwirrung. Das ist wohl Programm.
Da sich Sider auch mit Problemen der Sprachphilosophie beschäftigt, könnte man Aussagen wie «She is to them as they are to us», die sich in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von Eva-Elisabeth Fischer
Choreografen arbeiten gern mit Schriftstellern. So auch Jean-Christophe Maillot in Monaco mit Jean Rouaud. Der erhielt 1990 für sein Erstlingswerk «Les champs d’honneur» Frankreichs höchste literarische Auszeichnung, den «Prix Goncourt». Danach veröffentlichte er elf Romane, zwei Theaterstücke, schrieb Chansontexte für Juliette Gréco und Johnny Hallyday und einen...
Hier triumphiert der Wow-Faktor: Nach dem inszenierten Warten im «Logic Gate», das wie am Flughafen die Wartenden kanalisiert, doch sie, statt an einen Check-in-Schalter zu führen, zentrumslos, dafür akustisch beschallt, auf sich selbst zurückwirft, und nach ausgiebigem Schlangestehen im Freien strömen wir zügig in die große Halle – und da steht es: das raum-lange...
Erich Walter, Roberth North, Tom Schilling, Pavel Šmok taten es. Roland Petit tat es. Sie und viele weitere Choreografen konfrontierten einen Menschen, wie es Tradition auch in der bildenden Kunst ist, ein Mädchen, mit dem Tod. Der kommt nicht als ein Lebensentreißer, sondern als einer, der sanft in tröstliche Gefilde überführt.
Auch Ralf Dörnen und das Ballett...
