pál frenák
Pál Frenák, Ihre Heimat Ungarn macht derzeit ziemlich viele negative Schlagzeilen, und Ihr Kollege Iván Markó hat offen für den rechtsnationalen Präsidenten Viktor Orbán Partei ergriffen … Iván Markó hat in meinem Leben eine große Rolle gespielt, er hatte sogar einen gewissen Anteil daran, dass ich Mitte der 1980er-Jahre das Land verlassen habe. Bereits damals gab es ungute hierarchische Strukturen, die festlegten, dass nur Absolventen des staatlichen Budapester Ballett-Instituts Berufstänzer werden konnten.
Ich kam von einer Privatschule und war ein ziemlicher Spätzünder. Ich begann erst mit 18 Jahren zu tanzen, mit 21 als Assistent zu unterrichten. Ich lernte schnell einige moderne Techniken und dachte, ich könnte zu Iván Markós Kompanie Györ gehen, um diese Techniken an interessierte Schüler weiterzugeben. Doch Györ erwies sich als geschlossene Gesellschaft. Da ich von Haus aus keine Verbindungen zum Ballett oder zur Oper hatte, schien der Weg damit für mich zu Ende. Ich war zutiefst enttäuscht von einem System, das bereits im Vorfeld definiert, wer Künstler ist und wer nicht.
Was hat Sie mehr enttäuscht, das System oder die Leute? Beides. Genug jedenfalls, um mich in meinem ...
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Tanz August/September 2013
Rubrik: menschen, Seite 32
von Andrea Tompa
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Der Anfang ist eine Novelle, der Schluss ein Scheiterhaufen. Ein Kind scharrt in der Asche und versetzt dem weiß verkohlten Körper seiner Mutter leichte Tritte. Qualm steigt auf. Wortlos, hilflos ist der Sohn. Die Mutter wirkt wie verbrannt in der Hölle der Einsamkeit. Im ersten Bild erhebt sie sich langsam, sinnlich, sexy, wie psychedelisch, dann wie verzweifelt....
newcomer_________
reut shemesh
Einundzwanzig Monate hat Reut (sprich «Re-ut») Shemesh in der Armee gedient. Drei Jahre müssen sie in Israel ran. Nebenher konnte sie weiter in ihrer Tanzschule in Yavne bei Tel Aviv trainieren. «Armee war langweilig», sagt sie in gutem Deutsch. Kurze Pause. «Ich war Rebellin. Ich fühlte mich extrem unwohl. Ich konnte nicht machen,...
