Michael Schründer unterrichtet nach der Feldenkrais-Methode. Foto: Bard Houtkamp
Ordnung durch Chaos
Fehler machen? Hier ist es erlaubt. Scheitern? Sogar erwünscht. Erst wenn wir ins Chaos des Nichtwissens tauchen und dabei noch lachen können, entsteht Kreativität – und Ordnung im Nervensystem. Versuch und Irrtum ist das Ur-Prinzip produktiven Lernens. Michael Schründer nennt diesen Prozess «essenzielles Lernen». Und er fühlt den Puls dabei.
Als erfahrener Feldenkrais-Practitioner und TaKeTiNa-Rhythmuspädagoge prägte er den Begriff, um für diese Methoden Verbindendes zu benennen.
«Was ist der Kern des Ganzen? Was hat beides miteinander zu tun? Es geht um entwicklungsorientiertes Lernen. Es wird etwas gelernt, was uns zugleich mit der Essenz von dem verbindet, was gelernt wird, und mit dem eigenen Wesen. Dieses Lernen ist essenziell.» Moshé Feldenkrais (tanz 10/15) nannte diesen Prozess «organisches Lernen».
Polyrhythmik im Körper
In den Gruppenprozessen des TaKeTiNa wird der Körper zum Instrument. Stimme, Schritte, Klatschen verschränken sich auf mehreren Rhythmusebenen. Ein hochkomplexer Vorgang mit tiefgreifender Wirkung und der Chance, durch Chaosphasen hindurch in einen Zustand freudig-gelassener Aufmerksamkeit zu gelangen. Der Entwickler dieser Strategie ist der Musiker ...
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Tanz Oktober 2017
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Irene Sieben
Seit Jérôme Bel und das Theater Hora mit «Disabled Theater» international für Aufsehen sorgten, ist das Thema Inklusion endgültig im Tanz angekommen. In Europa hat Großbritannien die Nase vorn, dank Candoco, der 1991 gegründeten Company, in deren Reihen Menschen mit und ohne Behinderung tanzen. Zum Auftakt der Tagung «Tanz Körper Erweiterung – Stretching the...
Da steht einer, ganz vorne am Bühnenrand. Von schräg hinten hüpft ein Zweiter heran. In Flummi-Manier oder gerade so wie ein mit Sprungfedern ausgestatteter Akrobat: Nie berühren seine Fersen den Boden, nur Ballen und Zehen touchieren die Erde. Keine Sekunde später hebt der Körper abermals ab. So katapultiert sich der Mann Meter um Meter vorwärts, bis auf...
Ben J. Riepe
Seine Tanzkunst passt perfekt in den Rahmen der Kunsthalle Düsseldorf, die derzeit ihr 50-jähriges Jubiläum begeht. Dort entsteht gemeinsam mit der Künstlerin Kitty Kraus sein jüngstes Werk, «Carne Vale!», im Anschluss an seine Recherchereise zum Goethe Institut im brasilianischen Salvador de Bahia. Anlass für ein Porträt dieses ungewöhnlich freien...
