On the wall
Nur wenige haben so viel Anbetung erfahren wie Michael Jackson alias «Wacko Jacko», der 2009 in Los Angeles verstorbene King of Pop. An dessen Ruhm allerdings auch gerade Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs kratzen. Trotzdem ist der Mann (noch) Kult – eine Ikone, die zum Motiv anderer Kunstikonen wurde. Das zeigt die Ausstellung «Michael Jackson – On the Wall» in der Bonner Bundeskunsthalle. Nicholas Cullinan, Direktor der Londoner National Portrait Gallery, hat die Schau kuratiert und dafür u.a. Werke von Andy Warhol, Keith Haring und David LaChapelle zusammengetragen.
Die Artefakte dokumentieren, wie Jackson die Kunstszene – namentlich Skulptur, Fotografie, Collage, Kino und Video – prägte, und wie diese Modewelle bis nach Ghana und China schwappte. Dabei gibt es weder Konzertmitschnitte noch Jackson-Tänze im Original zu sehen. Der Performer wird als Katalysator beleuchtet, zum Beispiel als Ausgangspunkt für die Videoinstallation der Südafrikanerin Candice Breitz, die 16 Amateure das Megaseller-Album «Thriller» nachsingen und -tanzen lässt. Jacksons Einfluss auf Hip-Hop und Voguing und andere Tanzstile bleibt zwar ausgeklammert, trotzdem besticht die Schau mit ...
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Tanz März 2019
Rubrik: Side Step, Seite 19
von Thomas Hahn
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