Nussknacker
Nicht nur zur Weihnachtszeit möchte man die Nuss knacken. Doch wie soll man auf der Ballettbühne das Immergrün des Tannenbaums zum Verschwinden bringen? Wie einen Klimawandel begründen, der im Frühjahr oder Herbst die Schneeflocken walzerselig tanzen lässt? Peter Tschaikowsky hat dafür die Musik geschrieben, und die lässt sich allenfalls umdeuten, nicht aber ignorieren.
Schließlich gehört sie mit zum Schönsten, was dem Ton-setzer eingefallen ist, wie überhaupt sein «Nussknacker» nach Meinung vieler Experten ungleich filigraner, formbewusster, kurz: stimmiger komponiert ist als sein «Dornröschen» oder der «Schwanensee», der allerdings aus einem anderen Grund zum Signaturstück einer ganzen Ballettepoche geworden ist.
Wäre da nicht die Geschichte, weswegen sich schon die «Serapions-Brüder» in die Wolle kriegen. Für den ersten der vier gleichnamigen Sammelbände hat E. T. A. Hoffmann nicht nur sein 1816 erstmals veröffentlichtes Kindermärchen «Nussknacker und Mausekönig» überarbeitet. Er lässt es darin auch von Lothar als seinem Alter Ego erzählen, und der stellt sich im Anschluss dem Widerspruch seiner anderen Stellvertreter – ein Kunstgriff, der auf raffinierte Weise alle ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Hartmut Regitz
Im Januar: Yuri Grigorovich
Hier gibt es nur: Verehrer und Feinde. Die einen bewundern, die anderen fürchten Yuri Grigorovich, der im Januar 90 wird und den das Bolschoi-Ballett mit einem zweimonatigen Festival ehrt. Er gilt als der einflussreichste Choreograf der Sowjet-Ära, Drahtzieher vor wie hinter den Kulissen. Anlass genug, einen kritischen Blick auf den...
Kein Blick zurück im Zorn? Das Schlussbild zeigt Adrian J. Wanliss auf der Galerie, weinlaubbekränzt. Und dieser Dionysos lacht. Es ist kein gewöhnliches Lachen, mit dem er sich von seinem Publikum verabschiedet. Es ist ein spöttisches, ein sardonisches Lachen, eins, das einem eigentlich im Halse stecken bleiben sollte.
Es ist neu – wie so manches an dem Tanzfonds...
Baden-Baden
Schwanensee
Rund um Weihnachten werden sich echte Ballett-Liebhaber weder in den alpinen Ski-Zirkus noch auf mediterrane Sonnentankstellen begeben. Ihr Wallfahrtsort heißt Baden-Baden, wo auch in diesem Jahr das Sankt Petersburger Mariinsky-Ballett gastiert, mit dem dreiteiligen Programm «Chopiniana», «The Firebird», «Scheherazade» (21. Dez.), «Giselle»...
