nrw-tanzkarussell: daniel goldin...
...der Tanztheaterchef im westfälischen Münster, macht sich Sorgen: «Wenn ich sehe, wie die Städte bei uns mit dem Tanz umgehen, fürchte ich um seine Zukunft in Deutschland. Alle sprechen nur noch über Quoten und Auslastung, aber nicht über künstlerische Linien.»
Der Argentinier weiß, was er sagt. Im vergangenen Jahr verzichtete er auf Unkündbarkeit nach 15 Jahren Zugehörigkeit zum Stadttheater. Dafür konnte er um zwei Jahre verlängern. Seine eigene Zukunft ist seitdem eine Frage der Spekulation.
Der neue Intendant Ulrich Peters, der vom Staatstheater am Gärtnerplatz in München nach Münster wechselt, tritt 2012 sein Amt an, wenn Goldins Vertrag ausläuft. Rechtlich darf der 52-Jährige dann noch einmal um zwei weitere Jahre verlängern. Danach wäre er erneut und endgültig unkündbar. Fraglich, ob ein neuer Theaterleiter mit einem Tanzchef arbeitet, den er entweder nach zwei Jahren in die Wüste schicken muss oder gleich gar nicht mehr los wird. Es sei denn, er setzt auf Bewährtes und betrachtet den Choreografen als Garanten für Erfolg. Noch hat der neue Intendant keinen Kontakt gesucht.
«Ich habe kein Interesse an Unkündbarkeit», betont Goldin, «sondern an einer Perspektive ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2011
Rubrik: menschen, Seite 32
von Bettina Trouwborst
Vladimir Malakhov sieht ganz schön alt aus. Gelangweilt blättert er, vor dem Spiegel auf seinen Auftritt wartend, in einem Magazin. Sitzt lustlos da im gestrickten Liebestöter. Erst als er sich beobachtet fühlt, springt er auf, bedeckt seine scheinbare Blöße. Zu spät. Alle Illusion ist perdu. Dorothy und die Ihren haben längst begriffen, dass sie einem Schwindler...
...ist in Europa immer noch ein Geheimtipp. Die Israelin ist seit 2005 Hauschoreografin der Batsheva Dance Company, und ihren Satelliten in unseren Breiten hat sie ausgerechnet im norwegischen Bergen gefunden, in Carte Blanche, der Kompanie des skandinavischen Landes für zeitgenössischen Tanz. Die bringt jetzt wieder ein Stück Sharon Eyals zur Uraufführung –...
Alexander Pinto, eines Ihrer Themen als gelernter Soziologe lautet «Verortung». Was verstehen Sie darunter?
Die hohe Mobilität unserer Gesellschaft verändert die Lokalisierungsstrategien der Menschen. Ein Mensch, das gilt nicht mehr. Mich interessiert das Phänomen der Multilokalität, also das Arbeiten und Leben an mehreren Orten. Für viele, vor allem freie Tanz-...
