Noch mehr Bücher &

Tanz - Logo

Um ein erstes Choreografinnen-Buch im feministischen Musikerinnen-Verlag Furore (www.furore-verlag.de) zu drucken, mussten die Autorinnen Gerda Ehrlenbruch und Martina Peter-Bolaender in tanz: vision und wirklichkeit ihrer Lektorin erst mal bei­bringen, dass es überhaupt Choreografinnen, Tanzfor­schung und eine bedrohte Tanzsparte gibt (bis S. 71). Dann erst durften sie ihre gerade mal 38 anonymisierten Fragebogen und Interviews mit Choreografinnen auswerten.

Eine Pointe: Obwohl in den 1990ern 93 institutionelle Tanz­ensem­bles in Deutschland auf 78 abge­baut und da­bei 21% der Frauen und nur 9% der Männer entlassen wurden, ist das für die Choreogra­finnen kein Thema. Sie interessieren sich einfach für Ästhetik, Bewegungslust und Selbst­ver­­wirk­lichung. Und: Anders aber als die nachfol­gende Generation, verbinden nur die über 30-Jährigen mit Tanz auch Sinnlichkeit, Erotik, Sexualität und Ekstase.
Genau für diese Mittdreißiger wächst ein Markt: Dancing Identity: Metaphysics In Motion heißt Sondra Fraleighs zweifelhaftes Buch bei der Univer­sity of Pittsburgh Press (www.pitt.edu/~press). Es schmückt die «eroti­schen Urerfahrungen» des Tanzes mit Poesie, Ganzheit, Metaphysik. Immer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2005
Rubrik: Bücher, Seite 19
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Böse Märchenonkel

Niemand konnte die Dänen so hassen, wie der, den die Dänen gerade feiern. «Dänen sind kalt, böse, satanisch, ein Volk, das zu den nassen, schimmelgrünen Inseln passt», schrieb Hans Christian Andersen 1843 in sein Tagebuch. Vor 200 Jahren wurde er in Odense geboren, der Märchenmann, dessen «Kleine Meerjungfrau» John Neumeier zur Andersen-Feier am 15. April im...

Eva Weißmann: «von hier aus. Basel»

Der Tresorraum einer stillgelegten Schweizer Bank ist kein alltäglicher Ort für experimentellen Tanz: ein Umstand, der die surreale Atmosphäre der Performance von hier aus. Basel womöglich noch intensiviert, die die Freiburger Choreografin Eva Weißmann und der Duisburger Komponist Gerhard Stäbler bestreiten. Der Safe-Raum im Untergeschoss des zum Kulturzentrum...

Tanzpreis für Hans Herdlein

Wenn einer derzeit den Deutschen Tanzpreis verdient, ist es Hans Herdlein. Als Präsident der Genossenschaft deutscher Bühnen-Angehöriger hat der ehemalige Tänzer die Arbeitsbedingungen seiner Berufskollegen grundlegend verbessert. Dass die Gagen des Balletts jenen des Chores gleichgestellt wurden, ist sein Werk, wie überhaupt die Ablösung des Normalvertrags Chor...