Newcomer: Transparence Theatre
In kaum einer Kunst wird sexuelle Identität so konsequent hinterfragt und dekonstruiert wie im Tanz. Zumindest theoretisch. Praktisch sieht es so aus, dass beispielsweise Transsexualität auch im zeitgenössischen Tanz kein Thema ist. Und in den Strukturen keinen Platz findet. Aline de Oliveira- etwa hat ihren Job als Tänzer bei einer renommierten klassischen Kompanie offenbar verloren, als sie das Geschlecht wechselte: Engagiert worden sei ein Mann, eine Frau habe man nicht gebraucht, hieß es. Bloß: Jemand, der grundsätzlich nicht ins binäre Geschlechtsraster passt, wird nie gebraucht.
Geht es um Besetzungspolitik, denken auch fürs Thema sensibilisierte Choreografen binär. De Oliveira hat gemeinsam mit den Performern Beck Heiberg, Josefine Sagawee und Brix Schaumburg sowie den Choreografen Wallace Jones und Kolja Schallenberg das Transparence Theatre in Hamburg gegründet, laut eigener Aussage das weltweit einzige Transgender-Tanz-Theater-Ensemble. Die erste Produktion «Transparência» hat am 14. Juni am Theater Lüneburg Premiere. «Wir planen eine Mischung aus Performance, sehr viel Tanz, Text und Musik», beschreibt Schallenberg das künstlerische Konzept. Das Ensemble kommt vom ...
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Tanz Juni 2019
Rubrik: Side Step, Seite 15
von Falk Schreiber
Kyle Abraham
ist so etwas wie der It-Man von New York. 41 Jahre alt, seit 2005 mit eigener Truppe auf dem Tanzmarkt und demnächst auch beim Stuttgarter Festival «Colours» vertreten, ist er plötzlich in aller Munde. Weil das New York City Ballet bei ihm geordert hat. Was hat der Mann, was andere nicht haben?
Winterreise
Zürich, Münster, Wiesbaden, Braunschweig –...
Mats Ek, das Schlussmachen ist auch für Choreografen manchmal ein großes Problem. Ihr Kollege Jiří Kylián gehört zu den wenigen, die sich ihm gestellt haben. Er zog sich 1999 aus der Leitung des Nederlands Dans Theater zurück und setzte neue Prioritäten in seinem Leben.
Genau das habe ich auch getan. Mit 70 habe ich meine Pen-sion in Anspruch genommen – wenn man so...
Der Schlaf der Vernunft gebiert bekanntlich Ungeheuer – genauso geschieht es vier jungen Adligen und der Elfenkönigin Titania in William Shakespeares dämmrigem Feenwald. Wenn sie nach tiefem Schlaf erwachen, ist nichts mehr, wie es vorher war. Sie lieben nicht mehr mit zarter Romantik, sondern mit hemmungslosem Begehren. Sie grabschen, knutschen, jagen das...
