Newcomer, Abschied, Snippets 3/19

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Newcomer: Ursina Tossi

Die Werwölfin ist die archaischste unter den populären Horrorfiguren: Die Werwölfin ist von Hunger getrieben, aber anders als der Zombie leidet sie nicht unter diesem Trieb. Die Werwölfin ist Körper, Bewegung, Muskel, Zähne. Lust. Die Werwölfin ist, so betrachtet, ein dankbares Thema für die Darstellende Kunst. Da überrascht es, dass vor Ursina Tossi, der Hamburger Choreografin an der Grenze zwischen Performance, Installation und Tanz, dieses Thema im avancierten Bereich noch nicht angegangen wurde.

Hanna Lenz hat die Kampnagel-Halle für Tossis jüngstes Werk «Blue Moon» in eine Mischung aus SM-Studio und Schlachthaus verwandelt: Schwere Ketten hängen von der Decke, Fleisch liegt in den Ecken, ein Fluss teilt den Raum. An der Seite kauern fünf Wesen, begraben unter Pelzbergen, umflort von Nebelschwaden. Ein starkes Bild, das auf leicht abrufbaren Grusel setzt. Dämmerlicht, Nebel, Vogelgezwitscher. Dunkle Romantik: Die Werwölfin ist ein Gegenentwurf zur Zivilisation, das ganz Andere, gewalttätig und triebhaft. Dieses Andere bricht los: stöhnend, schnaufend, lachend. Tossi kriecht, Lisa Rykena zuckt, Rachell Bo Clark schnappt nach einem Zuschauer. 

Das ist ...

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Tanz März 2019
Rubrik: Menschen, Seite 30
von

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