Nasser Martin-Gousset «Péplum»

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Olivier Dubois spielt Cäsar. Eine kurze Toga lässt den halben Brustkorb über dem wohlgerundeten Leib frei. In der einen Hand liegt eine Traube, deren Früchte er, während er unruhig und überdrüssig über die Bühne streift, ab und an hastig in den Mund stopft. Er eilt ein paar der Stufen hinauf, bleibt sinnend, trauben-stopfend stehen wie ein äsendes Tier, hüpft dann im Profil, auf beiden flachen Füßen und mit durchgestreckten Knien, erst eine, dann noch eine Stufe höher. Das Komische ist hier die Kehrseite des Widerlichen.

Dubois rennt auf den Soldaten mit Federhelm und Harnisch und blanken Beinen zu, der schon eine Weile am linken Bühnenrand steht wie aus einem Asterix-Comic und reibt sich in obszöner Weise an dem Unbeweglichen. Er lässt seinen plötzlich plump wirkenden Körper oberhalb eines Wasserbeckens zu Boden fallen und öffnet mit einer geschwinden, halb verdeckten Bewegung einen Hahn, während er so tut, als müsste er sich nach einem Gelage erleichtern. Innerhalb weniger Minuten erspielt sich Dubois mit rücksichtslosem Einsatz eines der großartigsten Schauspielportraits des Gegen­warts­theaters.

Neben Dubois, der zuvor mit Jan Fabre gearbeitet hat und hier im Tanz seine ...

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Tanz Dezember 2006
Rubrik: Der Kalender, Seite 42
von Wiebke Hüster

Vergriffen
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