musicals am broadway
Eine Saison wie aus dem Bilderbuch am Broadway: Noch nie wurden so viele Eintrittskarten verkauft, sind so viele Besucher in die Theater geströmt wie in der gerade zu Ende gegangenen Spielzeit. Dabei haben jüngere Besucher das traditionell weiße und mittelalte Publikum aufgemischt. Vielleicht auch, weil sich trotz gestiegener Eintrittspreise immer öfter die Möglichkeit bietet, über Online-Lotterien an verbilligte Karten zu kommen.
Und noch etwas ist anders geworden: Sowohl im Schauspiel wie im Musical gibt es vermehrt ungewöhnliche Produktionen mit gewagten Themen und noch gewagteren Besetzungen. Während Hollywood nach der letzten Oscar-Verleihung, bei der nicht ein einziger nicht-weißer Künstler geehrt wurde, in einer Krise steckt, wurden die im Juni verliehenen «Tony Awards» − Amerikas wichtigste Theaterpreise – zum Triumphzug kultureller Diversität, auch und gerade in der Musical-Kategorie.
Ruhm oder Liebe oder beides?
«Paramour», das vom Cirque du Soleil produzierte Musical der Superlative, war da noch nicht gelistet, weil es überhaupt erst Ende Mai im umgebauten Lyric Theatre an der 42nd Street uraufgeführt wurde. Unter der künstlerischen Leitung des französischen Regisseurs ...
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Tanz August/September 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Andreas Robertz
im jahrbuch: grenzgänger
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Es war ein Schlagabtausch auf offener Bühne: 1981 wurde Gérard Mortier Intendant des Théâtre de la Monnaie in Brüssel, Heimstatt des Ballet du XXe Siècle von Maurice Béjart – einer fantastischen Kreativschmiede mit angeschlossener Schule namens «Mudra». Mortier aber setzte voll und ganz auf die Oper. Wütend, enttäuscht und unter lautstarkem Protest verließ Béjart...
