münchen: christine gaigg

Christine Gaigg: «DeSacre!»

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Eine Entzauberung, eine Entweihung von Nijinskys «Le sacre du printemps» besorgt die schwerpunktmäßig in Wien tätige Choreografin Christine Gaigg. 2000 hat sie sich schon einmal mit dem Werk befasst, nunmehr durchleuchtet sie es erneut und legt dabei die Rekonstruktion von Millicent Hodson zugrunde. Allerdings ist ihr «DeSacre!» unmissverständlich als Kritik an (männlichen) Herrschaftssystemen konzipiert, wird doch ausgerechnet der harsch sanktionierte Auftritt der feministischen Punkrock-Band Pussy Riot aufgerollt.

Dessen gestisches Material, dargeboten 2012 in einer nur 41 Sekunden dauernden performativen Aktion in der Moskauer Christ-Erlöser-Kirche, auf die prompt die Inhaftierung folgte, wird auf Gehalt und Aussagekraft untersucht. Gaigg erkennt im Punk-Gebet Parallelen zu den Bewegungsabläufen bei Nijinsky: Gesten des Protests wie geballte Fäuste, offene Hände, große Sprünge, aber auch rituell-religiöse Körperhaltungen.

Bei «Sacre» geht es inhaltlich um eine rituelle Frauen-Opferung und ästhetisch-formal um ein Anti-Ballett. Bei Pussy Riots Demonstration sollte gegen die Verflechtung von Kirche und Politik protestiert werden. Mit der Verhaftung folgte darauf sozusagen: die ...

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Tanz Oktober 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Andrea Amort

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