montpellier: Mette Ingvartsen: «69»
«69 positions» kündigt sie an. So viele werden es dann nicht. Oder doch? Die sexuelle Konnotation der Ziffern, die aber wird eingelöst. In Form von Anspielungen. Das angekündigte Mitmachen bleibt bei Mette Ingvartsens neuester Solo-Performance während der Premiere in PACT Zollverein jedoch im keuschen Rahmen. Vier Freiwillige geben mal im Stehen die Orgasmus-Stöhner in ihren Kopfhörern wieder. Gleichzeitig. Ein Zuschauer rollt brav, wie gebeten, eine Rolle Klebeband um die Tänzerin herum, die dazu das innere Mummification-Sex-Gefühl beschreibt.
Sie ist ansonsten nackt, das aber schon seit einer Weile, irgendwie gewöhnt man sich daran. Weil ihr Körper so säuberlich schmal, so tanzgewöhnlich aussieht? Weil man ihn neutralisiert? Zwei Stunden lang blättert Ingvartsen eine intelligente Recherche zum Thema Nacktheit und Sexualität in den performativen Künsten auf, spielt dabei mit Distanzierung und Entdistanzierung. Es geht um Historie, die Sechzigerjahre.
Als Museum gibt sich das Bühnensetting aus. An vier Gerüstwänden hängen Fotografien, Textdokumente, Bildschirme mit Videos. Der eingeschlossene Zuschauerschwarm gruppiert sich recht nah vor und um den redenden, wandelnden und sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Melanie Suchy
Sie war eine Wunderballerina des 20. Jahrhunderts, Partnerin von Rudolf Nurejew und Erik Bruhn, später Ballettdirektorin in Neapel, Verona und Rom. Und zwar: eine streitbare. Angesichts dessen, was sich in Italien gerade abspielt, platzt Carla Fracci schier der Kragen: Die Opernhäuser stecken seit dem Inkrafttreten des vom damaligen Kulturminister Massimo Bray...
______ impressum
tanz__Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
__Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin GmbH
__Redaktion
Hartmut Regitz, Arnd Wesemann
Mitarbeit: Dorion Weickmann,
Sofie Goblirsch, Marc Staudacher,
Nestorstraße 8-9, D–10709 Berlin
redaktion@tanz-zeitschrift.de
www.tanz-zeitschrift.de
Tel +49-(0)30-254495-20, Fax -24
__Gestaltung &...
John Neumeier arbeitete 1989 noch mit Alfred Schnittke. Aber inzwischen hilft Peer Gynt offenbar nur noch die «Peer Gynt»-Musik von Edvard Grieg auf die Beine. Heinz Spoerli griff schon vor Jahren auf die populäre Bühnenkomposition zurück, versetzt mit zeitgenössischen Stücken von Brett Dean und Mark-Anthony Turnage. Gregor Zöllig wiederum ließ sich in Bielefeld...
