Mikhail Baryshnikov
Mikhail Baryshnikov, einer der größten Meister der Tanzkunst im 20. Jahrhundert, ist wieder unter die Schauspieler gegangen. Im Dezember zeigte er sich im New York Theatre Workshop in vier Kurzstücken von Samuel Beckett unter der Regie von JoAnne Akalaitis mit Musik von Philip Glass. Baryshnikov wurde damit nun nach Franz Kafkas «Metamorphosen» in einer Inszenierung Steven Berkoffs (1989) und Rezo Gabriadzes «Forbidden Christmas» zum dritten Mal seiner Sparte untreu.
Allerdings sind Becketts «Shorts» wie «Act without Words Part I» durchaus Pantomimen – eines Mannes im Kampf mit sich selbst, die dem Tänzer in ihm viel Platz lassen: Jeder Schritt, jede Handbewegung, jeder Blick ist sorgsam austariert. Auch die Rituale in «Act without Words Part II» wie Beten, Ankleiden, eine Karotte essen, Zähneputzen, Pillen schlucken, Auskleiden sind perfekte Vorlagen, um Rhythmen und Stimmung durch den Körper und minimale Zeichen herzustellen. Zusammen mit David Neumann als «positiverem» Charakter absolvierte Baryshnikov als «verdrießlicher» Charakter trockenes Understatement, ohne jede Groteske. In Becketts «Rough for Theatre I» überzeugte er mit erstaunlich guter Diktion, und in «Eh Joe» spielte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wayne McGregor’s new ballet “Chroma“ made only a handful of scheduled appearances at the Royal Opera House, Covent Garden, in the winter of 2006. The piece was the first item on a Saturday matinee triple bill which included the first show-ing of Christopher Wheeldon’s “DGV” and it seemed inevitable to most pundits that the Wheeldon ballet would grab the press...
Pina Bausch zeigt in der Pariser Oper ab 4. Februar wieder ihre Tanzoper «Orphée et Euridice» – bis zum 19. Februar im Palais Garnier. In London nimmt sie schon am 13. Februar «Café Müller» wieder auf, das im Sadler’s Wells zusammen mit ihrem 1975 entstandenen «Frühlingsopfer» bis zum 22. Februar zu sehen sein wird.
Zu diesem «Sacre» fand vor zwei Jahren in...
In diesem Monat ist es wieder so weit: Fasching. Die Narren treiben, der Fasnetler tanzt, eine verordnete Fröhlichkeit greift um sich. Der Reihenhaus-Besitzer hebt den Schellenbaum und schwört einen Eid: Für sechs Tage steht für ihn die Welt außer Frage. All den Zumutungen, die er sonst erleidet, will er nun selbst eine Zumutung sein. Dem Gesetz der Vernunft, dem...
