MeMoRe
«Erinnerungen, das sind nur Fragmente, die Assoziationen auslösen, einige Brocken, deren Lücken dann die Fantasie ausfüllt.» So spricht kein Neurologe, sondern ein Choreograf, der dann sagt: «Erinnerung bilden durch Wiederholung die dann entstehenden und gestärkten neurologischen Netzwerke, die in einem chaotischen Register nach Wichtigkeit geordnet sind.» Wie nur wenige in der Tanzwelt beschäftigt sich der Finne Tomi Paasonen mit Erinnerung, Körper, Bewegung und deren Beziehung zueinander.
Was er liest und erkennt, setzt er auf meist kleinen Bühnen um: Tanz und Erinnerung sind seine Hauptthemen, dazu die Verletzlichkeit des menschlichen Körpers, Grenzzustände, physische und geistige Behinderungen. Eine Trennung von Physis und Geist würde Paasonen für falsch halten, denn der Kopf ist ja ein Teil des Körpers, und wo zieht man die Grenze zwischen Gedanken, Erinnerungen, physischen Bewegungen und der Beweglichkeit der Gedankenabläufe? «Im Gehirn kreuzt sich das Materielle und das Geistige; und auch das Erinnern ist ein durchaus physischer Vorgang.»
Manifest wurde diese Zuwendung nicht zuletzt, als der Solotänzer bei John Neumeier am Hamburg Ballett (der einige Jahre in Chicago tanzte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Bangalore, Südindien. Es ist 18 Uhr, kurz vor Sonnenuntergang, die Zeit der Rushhour. Das urbane Chaos verdichtet sich ins Unerträgliche. Die Luft ist geschwängert von den Abgasen der Auto-Rikschas, dem herben Odeur der omnipräsenten Kuhfladen und den Gewürzwolken von Talis, Masala Dosas und Biryanis, die an jeder Ecke in winzigen Fastfood-Restaurants serviert...
Bernard Baumgarten, José Biondi, Olga Cobos, Silvia Kaufmann, Ragnhild Olsen, Philippe Reinaldos, Jan Vesala, Richard Labrousse, Andreas Fratzl, Renate Graziadei, Delphine Benois, Dietmar Janeck, Annette Kaltenmark, Jan Kodet, Abou Lagraa, Laura Marini, Anton Skrzypiciel, Désirée Kongerod, Peter Mika und Milos Galko, sie alle waren S.O.A.P. Genau sieben Jahre, ein...
Benoît Lachambre and his parb.l.eux company’s interest in cross-disciplines creating new vocabulary, and the act of collaboration and improvisation, are at the heart of his performance activity. The premiere of Lachambre’s “100 Rencontres,” the season opener of the 11th edition of Montreal‘s Festival de théâtre des Amériques, couldn’t have been better orchestrated:...
