memoiren: suzanne perrottet
Die 13 war ihre Glückszahl: Geboren am 13. September 1889, fand ihre Taufe an einem Freitag, den 13., statt, die Festgesellschaft samt Täufling zählte – 13 Köpfe. Gute Omen, denn die Bilanz dessen, was sich in den folgenden fast hundert Jahren ereignete, lautete: «Mein Leben war sehr schön und interessant, manchmal zwar auch schwer, aber sehr bewegt.» Stimmt! Suzanne Perrottet zählte zu den schillerndsten Figuren der Ausdruckstanz-Bewegung, und ihre Memoiren «Die Befreiung des Körpers» lesen sich weg wie nichts.
Sie kam mit allen in Berührung, die dieser Epoche ihren Stempel aufdrückten. Mit Émile Jaques-Dalcroze ging sie von Genf nach Hellerau, mit Rudolf von Laban zog sie auf den Monte Verità und nach Zürich, wo ihr gemeinsamer Sohn geboren wurde. Suzanne lebte in einer Ménage à trois mit Laban und dessen Frau Maja, um die auch schon drei Kinder herumwuselten. Kurz: Wie die seinerzeit propagierte «Lebensreform» im Alltag aussah, lässt sich an diesen Erinnerungen wunderbar ablesen. Spätestens beim Windelwechseln endete die emanzipatorische Fortschrittseuphorie. Ab 1920 stellte sich Perrottet als Pädagogin, Schulleiterin und Therapeutin auf eigene Füße – mit großem Erfolg und ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: medien, Seite 63
von Dorion Weickmann
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