matthew poppe
Vaslav Nijinskys zügellose «Sacre»-Uraufführung in Paris, Isadora Duncans unverblümte Liebesaffären und skurriler Tod: Die Tanzgeschichte ist reich an skandalträchtigen Ereignissen und berühmt-berüchtigten Persönlichkeiten. Eine Kompanie jedoch kann sich mehr als andere das Etikett «verrucht» anheften: das New Yorker Ensemble Les Ballets Trockadero de Monte Carlo.
Madrid, 2015
Zum Auftakt seien einige persönliche Anmerkungen gestattet: Ich erinnere mich, schon als Kind von einer gewissen New Yorker Ballettkompanie gehört zu haben, in der männliche Tänzer Frauenrollen verkörpern. Es sollte allerdings noch bis 2015 dauern, bis ich die «Trocks» – ganze 41 Jahre nach ihrer Gründung! – zum ersten Mal live erleben durfte. Ich saß in den Madrider Teatros del Canal und wusste nicht recht, was ich von diesem rein männlichen Ballerinen-Ensemble zu erwarten hatte. Dass Comedy eine fundamentale Rolle bei ihren Auftritten spielt, war mir klar; ich war mir aber ebenso bewusst, dass diese einzigartige Ausprägung ballettösen Cross-Dressings der Truppe seit jeher Anfeindungen seitens der klassischen Ballettwelt eingetragen hatte. In den Augen ihrer notorischen Kritiker waren die Trocks bestenfalls ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2016
Rubrik: menschen, Seite 20
von Justine Bayod Espoz
screening
von wundern und superhelden – 55 jahre stuttgarter ballett
Ein Grund zum Feiern findet sich in Stuttgart immer, und das Zwanzigjährige von Ballettintendant Reid Anderson ist ein besonders guter. Harold Woetzel hat das Jubiläum zum Anlass einer Dokumentation genommen, die nicht nur die Leitungs-Ära des Kanadiers angemessen attraktiv ins Bild setzt. Der...
Der Künstlerische Direktor von Het Nationale Ballet, Ted Brandsen, hat ein Händchen dafür, Nachwuchschoreografen zu verpflichten – vor allem solche, die als «heiß« gehandelt werden. Dazu zählt derzeit Justin Peck, resident choreographer des New York City Ballet, der mit «Year of the Rabbit» (2012) beim vierteiligen Abend «Transatlantic» im Rahmen des «Holland...
Das Ensemble hier: tipptopp trainiert. Die Gastchoreografen: entweder Stars oder «future celebrities». Doch die Zukunft: gruseldüster. Es ist die alte Leier: Die Kommune ist klamm, jetzt soll das Theater ran. Bis Redaktionsschluss hat sich noch kein Intendantenscherge gefunden, der in Hagen die jüngste Sparauflage von 1,5 Millionen Euro, also etwa zehn Prozent des...
