matsukaze
Sasha Waltz hat wieder eine Oper inszeniert. Diesmal «Matsukaze» des Japaners Toshio Hosokawa. Die zeitgenössische Oper, so scheint’s, wird für Sasha Waltz neben Museums-«Dialogen» zu einem zentralen Betätigungsfeld. Erst im Oktober 2010 führte sie Regie bei «Passion» von Pascal Dusapin in Paris. Ihre Liebe fürs Opernhafte hatte 2005 mit einer spektakulären Inszenierung von Henry Purcells «Dido & Aeneas» begonnen (die im August wieder in Berlin zu sehen ist).
Zusätzlich hat sie Kompositionen mit Gesang szenisch umgesetzt, wie Dusapins «Medeamaterial» oder Hector Berlioz’ dramatische Symphonie «Roméo et Juliette». Es sind die großen, bekannten Themen der Literatur und des Theaters, denen sich Sasha Waltz in solchen Produktionen zuwendet. Nun also ein Klassiker des Nô-Theaters aus dem 14. Jahrhundert. Uraufgeführt in Brüssel, am Théâtre de la Monnaie.
Doch Sasha Waltz inszeniert nicht einfach, sie macht «choreografische Oper». Dieser Begriff prangt gleichberechtigt neben den Rubriken Libretto und Komposition auf dem Programmheft. «Choreografische Oper» – das klingt nach etwas Bedeutsamem, die gemeinen Gefilde der Regie hinter sich lassend. Soll wohl irgendwie an die Ballettoper des ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Klaus Kieser
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