maßgeschneidert
Der Lift steht. Machen wir uns also zu Fuß auf den Weg nach oben ins Büro von Jan Broeckx. Hoch liegt es über den Dächern von Schwabing, auf einem Gelände, das früher Straßenbahnen beherbergte, bevor es die freie Tanzszene in den Achtzigern als Proben- und Aufführungsort nutzte. Irgendwann kam der Abrissbagger. An die Stelle der urbanen Wüste baute man ein Band weißer Studios mit hohen Decken. Statt freier Szene zog die Tradition ein.
Unter der Regie von Konstanze Vernon trainierte der Nachwuchs: Das Kinderballett der Staatsoper und die Studierenden der Ballettabteilung der Musikhochschule wuchsen hier zur Ballett-Akademie München zusammen. Gefördert wurden die angehenden Tänzer von der Heinz-Bosl-Stiftung, die die langjährige Primaballerina der Bayerischen Staatsoper mit ihrem Mann Fred Hoffmann im Gedenken an ihren langjährigen Bühnenpartner 1978 ins Leben gerufen hatte. Seither sprach man von der Heinz-Bosl-Stiftung, wenn man eigentlich die Akademie meinte. Daran änderte auch das Intermezzo von Robert North nichts, der für drei Jahre die Ballettabteilung der Hochschule für Musik und Theater leitete, eine Zeit, in der ihm Konstanze Vernon «im Rahmen eines Lehrauftrags als ...
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Tanz Juli 2011
Rubrik: praxis, Seite 66
von Katja Schneider
Die kurze Lebensgeschichte der Maria Severa (1820 – 46) ist so traurig wie faszinierend. Die legendäre Begründerin des Fado schloss sich einer fahrenden Komödiantentruppe an und verliebte sich. Das Paar ging nach Lissabon, wo er als Matrose anheuerte und nie mehr zurückkehrte. Maria Severa betäubte ihren Schmerz bei Auftritten in Tavernen, bei denen sie sich ihre...
Es erstaunt, dass von George Balanchine so wenig seines Repertoires auf DVD erhältlich ist. Die Aufzeichnung des «Sommernachtstraums» aus der Mailänder Scala 2007 zeigt sogar einen unbekannteren Balanchine. In der Behandlung des Corps de ballet im ersten Akt und in der Konzeption des Divertissements im zweiten Akt erkennt man in seinem ersten abendfüllenden...
«Du musst dich selbst verlieren, um etwas anderes zu werden, und das dann wieder aufgeben.» Katja Cheraneva beschreibt ihre Tätigkeit in der Forsythe Company nicht als Zuckerschlecken, sondern als Herausforderung einer Arbeitsweise, die sie zuweilen auch so verwirrt, dass sie sich nicht mehr auskennt beim Bewegen. Doch: «Ich vertraue Bill hundertprozentig.» Er...
