Marco Goecke mit «Shakespeare made in Leipzig»

Critic’s Choice

Tanz - Logo

Shakespeare lässt die Liebe sprechen, und Marco Goecke gibt ihr Gestalt: Kaum sichtbar, scheinen Marietta Kro und Martin Chaix ganz Emotion. Die eingeschwärzte Bühne ist erfüllt vom Klang ihrer Körper und von Geräuschen – eine Insel, wie sie Caliban im «Sturm» beschreibt: unerklärlich und von einer Sinnlichkeit, die jeder Schilderung spottet. Schwer zu sagen, was eigentlich geschieht. Während das Publikum noch den Sonetten Shakespeares lauscht, sieht es sich einbezogen in eine Welt, die bis zuletzt ihr Geheimnis wahrt und ihm trotzdem vertraut erscheint.

Wunderkerzen brennen ab, und in ihrem «Schattenschein» zerflattern Arme, Hände und Füße, als ob sie sich letztlich lösen wollten vom Leib. «Traum, Vision, Helligkeit und Dunkel, Liebe und Verzweiflung sowie Elemente aus Shakespeares Alltag bilden die Grundstimmung für ‹Sonett›», heißt es dazu im Programmheft, und Nachtmahren gleich geistern die Tänzer durch ein Stück, das Shakes­peare beim Wort nimmt, ohne seine Texte jemals zu illustrieren.

Insofern hat der Haus-Choreograf des Stuttgarter Balletts mit seinem «Sonett» für das Leipziger Ballett die «Carte blanche» des Direktors wirklich angenommen und einen «Shakespeare» kreiert, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 40
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Das Konservatorium Wien

Das Konservatorium Wien übersiedelt in ein ehemaliges Ministeriumsgebäude: Ab Herbst werden erstmals die beiden Tanzabteilungen unter einem Dach untergebracht sein: Die Abteilung 11 Pädagogik für Modernen Tanz und die Abteilung 12 Klassisches Ballett/Ballett Modern. Ist ers­tere nach wie vor im Kern der Chladek-Technik gewidmet, widmet sich die zweite der...

Angelin Preljocaj vs. Spedidam

Der Choreograf des Centre chorégraphique national in Aix-en-Provence ist angeklagt, in vierzehn Jahren und 453 Aufführungen durchschnittlich 675 Euro pro Aufführung an Tantiemen für Interpreten hinterzogen zu haben. Zuzüglich Zinsen, Strafgebühren und Steuern ergibt das laut Spedidam schlappe 473 000 Euro, oder zehn Prozent des aktuellen Jahresbudgets. Wer ist hier...

Who's that girl?

As the performance opened, the frail figure of Higginbotham was slumped in a beach chair in what looked more like a gravel-pit than an exotic beach, in spite of the artificial sunshine and fluffy clouds. Her movements as well as her monologues held the essence of the performance. One of the most memorable monologues was her naming of personal belongings, her voice...